Unter dem Motto "Wir im Quartier" startet am Samstag, 11. Mai, bundesweit zum fünften Mal der "Tag der Städtebauförderung". Städte und Gemeinde sind aufgerufen über Projekte, Strategien und Ziele ihres Anteils an den Fördermitteln zu informieren. Zwar gibt es im Landkreis zu diesem Tag keine speziellen Veranstaltungen, doch wer sich bei den Bürgermeistern der kleineren und größeren Kommunen erkundigt, bekommt zu hören, dass diesen Fördertopf keiner mehr missen will.
Bund, Länder und Kommunen beteiligen sich im Rahmen der Bund-Länder-Städtebauförderung in der Regel zu je einem Drittel an der Finanzierung einer städtebaulichen Maßnahme. Die Unterstützung, die inzwischen über acht verschiedene Programme läuft, gibt es seit 1971. Seither gab es allein vom Bund fast 40 Millionen Euro für die Kommunen im Wahlkreis 234, der die Landkreise Schwandorf und Cham umfasst. Auf diese Errungenschaft verweist anlässlich des Tags der Städtebauförderung die SPD-Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder. Für sie ist die Städtebauförderung ein verlässliches Instrument um gleichwertige Lebensverhältnisse überall in Deutschland zu erreichen. "Ein solidarisches Land braucht eine starke Städtebauförderung", so die Devise. Solidarisch ist in Sachen Städtebau auch der Freistaat Bayern. Laut Pressestelle der Regierung wurden in den vergangenen zehn Jahren im Landkreis Schwandorf aus Landesmitteln rund 12 Millionen Euro zugebuttert.
Am kräftigsten von den Finanzhilfen profitiert hat in den vergangenen Jahren die Stadt Schwandorf. Fast 8 Millionen Euro gab es vom Bund, ähnlich hoch dürfte die Summe sein, die von Länderseite geflossen ist. An zweiter Stelle steht die Stadt Nabburg mit 4 Millionen Euro allein aus dem Topf des Bundes. "Wir fühlen uns gut bedient", bestätigt Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl und bezeichnet die Städtebauförderung als "Segen für Nabburg". Ein Segen, der es ermöglicht habe, viel historische Substanz zu erhalten. Allein im vergangenen Jahr flossen 30.000 Euro an Bundesmitteln über das Programm "Denkmalschutz West".
Doch auch kleiner Kommunen wissen die Finanzspritze zu schätzen. "Wir sind drin", freut sich der Bürgermeister von Altendorf, Georg Köppl und berichtet von einem leer stehenden Bauwerk, das man mit Hilfe der Mittel über "Brückenland Bayern-Böhmen" erwerben konnte. Jetzt hat dort der Schützenverein ein Quartier gefunden. "Das hätten wir uns sonst nicht leisten können", gesteht der Bürgermeister, für den die Städtebauförderung neben der Dorferneuerung zu den wichtigsten Instrumenten gehört. Er zählt darauf, die Mittel bald noch stärker nutzen zu können, wenn es um ein Ortsentwicklungskonzept geht.
Für den Niedermuracher Bürgermeister Martin Prey ist das "leuchtendste Projekt" der Städtebauförderung der neue Pfarrhof in seiner Gemeinde. "Das alte Gebäude war zum Sterben verurteilt", erinnert er sich. Die Kirche als Eigentümerin hatte lediglich Mittel für einen Neubau bewilligt, und die Kommune fühlte sich nicht stark genug, um das Haus zu sanieren. Doch nun, mit einem Eigenanteil von 46.000 Euro, mit der Summe, die die Kirche für den Neubau bewilligt hätte, und der Pfarrei samt Städtebauförderung in einem Boot, steht das Projekt kurz vor dem Abschluss: Für 14. Juli ist die Einweihung geplant.
Bundesmittel für Städtebauförderung
17 Kommunen im Landkreis haben bislang folgende Bundesmittel (und im Regelfall einen ähnlich hohen Betrag über den Freistaat) erhalten: Altendorf 197.700 Euro, Bruck 947.100 Euro, Burglengenfeld 2,2638 Millionen Euro, Maxhütte-Haidhof 225.200 Euro, Nabburg 4,2326 Millionen Euro, Neunburg 3,7795 Millionen Euro, Niedermurach 69.000 Euro, Nittenau 803.100 Euro, Oberviechtach 816.700 Euro, Pfreimd 1,1583 Millionen Euro, Schönsee 818.300 Euro, Schwandorf, 7,7757 Millionen Euro Schwarzach 294.000 Euro, Schwarzenfeld 75.000 Euro, Wackersdorf 135.000 Euro, Wernberg-Köblitz 644.900 Euro, Winklarn 435.000 Euro.





















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.