07.06.2020 - 16:47 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Die Ettmannsdorfer Orgelpfeifen sind schon abgebaut

Die Sanierung der Kirchenorgel in St. Konrad Ettmannsdorf schien zur unendlichen Geschichte zu werden. Jetzt, zehn Jahre nach den ersten Planungen, nimmt sie ein gutes Ende. Die Abbrucharbeiten auf der Empore sind im Gange.

Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Baden-Württemberg bauen die Orgelpfeifen in der Ettmannsdorfer Kirche ab und verpacken sie für den Abtransport.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Diözese Regensburg hatte andere Prioritäten gesetzt als die Pfarrgemeinde St. Konrad in Ettmannsdorf. Sie wollte zunächst das Pfarrhaus sanieren und den Orgelbau zurückstellen. Doch der Vorsitzende des Kirchenbauvereins, Stefan Wenisch, blieb hartnäckig und pochte auf den Vorrang der Orgelsanierung. Mit Erfolg. Die bischöfliche Finanzkammer hat den von Beginn an zugesagten Zuschuss von 45 Prozent inzwischen überwiesen und damit die Finanzierung gesichert. 120 000 Euro hat der Kirchenbauverein zweckgebunden angespart, den Rest steuert die Kirchenstiftung St. Konrad bei. Die gesamten Kosten für die Orgelsanierung und die Restaurierung der Empore belaufen sich auf 360 000 Euro.

Der Plan der Diözese

Mit dem Auf- und Abbau der Orgel wurden die Firmen Mühleisen aus Leonberg bei Stuttgart und Bäumler aus Weiden beauftragt. Bei den Abbauarbeiten halfen ehrenamtliche Mitglieder der Pfarrei mit. Allen voran Organist Andreas Merl, der am Dienstag bei der Frühmesse zum letzten Mal am Spieltisch saß. Gleich darauf wurde das 55 Jahre alte Instrument abgebaut und zur Sanierung abtransportiert. "80 Prozent der Pfeifen werden wieder verwendet", erklärt Andreas Merl. Nach der Sanierung und Erweiterung werde die Orgel aus 31 "klingenden Registern" bestehen, so der Organist. Bereits vor zehn Jahren hatte er auf den Schimmelbefall, die technischen Mängel und das nachlassende Klangvolumen hingewiesen. "Es war ein steiniger Weg", erinnert sich Andreas Merl an die zahlreichen Anläufe bis zur endgültigen Sanierung.

Ohne die Initiative des Kirchenbauvereins wäre das Projekt nicht zu verwirklichen gewesen. Seiner Gründung ging ein dramatisches Ereignis voraus. Am 7. Februar 1958 stürzte plötzlich der Turm der baufälligen Kirche St. Vitalis ein. Verletzt wurde niemand. Die Gottesdienstbesucher hatten das Gebäude wenige Minuten vorher verlassen. Die alte Kirche wurde abgerissen und an anderer Stelle neu aufgebaut. Gleichzeitig schlug die Geburtsstunde des Kirchenbauvereins. Er setzte sich zum Ziel, die Pfarrei beim Bau und Erhalt der neuen Kirche St. Konrad zu unterstützen.

Warten auf die Regensburger Zusage

Schwandorf

Seit elf Jahren ist Stefan Wenisch Vorsitzender des Vereins mit rund 100 Mitgliedern. In dieser Zeit gab der Förderverein 13 000 Euro für die Erneuerung des Beichtstuhls und die Wegpflasterung vor der Kirche aus und sammelte 120 000 Euro für die Sanierung der Orgel. Das Geld stammt aus den Erlösen von Konzerten, Basaren, Floh- und Handwerkermärkten sowie Weinfesten im Kloster. Die Zeit zum Handeln drängte, erklärt Vorsitzender Stefan Wenisch, denn das Finanzamt hatte ihm signalisiert, für die Ersparnisse Steuern erheben zu wollen, sollte das Vorhaben "Orgelsanierung" nicht in diesem Jahr umgesetzt werden.

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