(rhi) Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber war beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement des Oberpfälzer Waldvereins und vom langen Atem der Akteure, die das historische Gebäude nicht verfallen ließen. "Das zu sehen, geht runter wie Öl", schwärmte die Ministerin und dankte stellvertretend dem OWV-Chef Erwin Mayer.
"Es braucht immer Köpfe"
Das Türmerhaus präsentiere sich heute als "kulturelles Kleinod der Schwandorfer Altstadt", sagte Kaniber mit Blick auf das Ensemble. Das Gebäude, in dem Konrad Max Kunz, der Komponist der Bayernhymne geboren wurde, vermittle regionale Identität und historische Zusammenhänge und werde eine touristische Wirkung auslösen, zeigte sich das Kabinettsmitglied überzeugt. Die Ministerin zog eine positive Zwischenbilanz der Leader-Förderung. In den Landkreis Schwandorf flossen für 21 Projekte bisher über zwei Millionen Euro an Zuschüssen. Die meisten Handlungsfelder beziehen sich auf den Tourismus und die Verbesserung des Freizeit- und Erholungswertes. Die Ministerin hob die Bedeutung der "Lokalen Arbeitsgemeinschaften" (LAG) hervor, war sich aber bewusst: "Es braucht immer Köpfe, die die Projekte voranbringen". Einen wie Erwin Mayer vom Oberpfälzer Waldverein.
214 000 Euro kostet die Sanierung des historischen Gebäudes aus dem 15. Jahrhundert, das einst der Familie von Konrad Max Kunz als Wohnung diente. 104 500 bekommt der OWV-Zweigverein aus den Fördertöpfen des Freistaates und der Europäischen Union, 70 000 Euro steuert er an Eigenmittel bei, und die restliche Lücke soll "eine Steuerrückerstattung" schließen. OWV-Vorsitzender Erwin Mayer bedankte sich bei den Sponsoren für die Unterstützung. Bei den Banken, den Serviceclubs, den Firmen und Einzelpersonen. Das Ingenieur-Büro Wellnhofer kümmerte sich um die Statik, die Firma Zinnbauer um Heizung und Installation und die Baufirma Wilhelm um das Mauerwerk. Fleißige Helfer schafften kürzlich Sandsteinquader aus dem Fronberger Schlossgraben heran, mit denen Maurer Christian Käsbauer eine Innenwand hochzog. Architekt Alfred Popp sieht im Türmerhaus "ein Leuchtturmprojekt".
"Über 100 000 Euro an öffentlichen Mitteln": Für Landrat Thomas Ebeling ist das Gebäude ein Paradebeispiel für sinnvolle Förderung. Ein langgehegter Wunsch sei in Erfüllung gegangen, sagte Landtagsabgeordneter Alexander Flierl (CSU). Der OWV halte den Heimatgedanken hoch und unterstütze den ländlichen Raum. "Endlich Einweihung", freute sich Oberbürgermeister Andreas Feller und erinnerte an den langen Weg bis zur Vollendung. Auch die Stadt habe das Ihre zur Verschönerung des Ensembles beigetragen und den angrenzenden Blasturm zur Feier "100 Jahre Bayern" herrichten lassen.
Ein "Jakobshotel"?
Monsignore Hans Amann hatte bei der Segnung den Turm der Jakobskirche vor sich und betonte: "Kirch- und Blasturm haben einst über der Stadt gewacht". Das Türmerhaus liege am Jakobsweg und lade die Pilger zum Verweilen ein. Da würde ein Jakobshotel in der Innenstadt gut dazu passen, sagte der Geistliche schmunzelnd in Richtung Oberbürgermeister. Hans Amann freute sich "auf eine gute Nachbarschaft".
"Wir wollen den Wanderern und Pilgern eine Anlaufstelle bieten, ihnen weiterhelfen bei der Suche nach einer Unterkunft und sie beim Aufenthalt in Schwandorf begleiten", gab Erwin Mayer zu verstehen. Im Erdgeschoss der Wanderstation sind ein Aufenthaltsraum und eine Küche eingerichtet, im ersten Stock entstehen ein Büro, ein Archiv und ein Raum für die Jugendgruppe. Das historische Gebäude bekam einen neuen Dachstuhl, eine Heizung, sanitäre und elektrische Anlagen, eine Treppe und Maßnahmen zum Brandschutz.














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