04.11.2020 - 14:21 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Fahrplan für Bahnstrecke Maxhütte – Burglengenfeld

Das Städtedreieck besser an die Schiene anbinden: Die Reaktivierung der Bahnstrecke Maxhütte-Haidhof – Burglengenfeld wäre dafür ein Signal. Der Ausschuss für Kreisentwicklung stellt weitere Weichen.

Vom Bahnhof Maxhütte-Haidhof (Bild) aus soll die Strecke nach Burglengenfeld reaktiviert werden. Eine wichtige Vorgabe kann erfüllt werden.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Eine schnelle Bahnverbindung von Burglengenfeld nach Regensburg: Das würden viele Pendler begrüßen. Dazu muss aber erst die alte, bestehende Bahnstrecke wieder reaktiviert werden. Der Ausschuss für Kreisentwicklung, Umwelt und Tourismus (KUTA) hat weitere Schritte auf den Weg gebracht.

Eine Vorgabe der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) für die Wiederaufnahme des Verkehrs ist, dass mindestens 1000 Fahrgäste die Strecke pro Werktag nutzen. Diese Hürde kann laut Dominik Hauser vom Landratsamt überwunden werden. Laut einer Studie könnten 1093 Fahrgäste die neue Zugverbindung nutzen.

Neue Busverbindungen

Wichtige Voraussetzung: Der Busverkehr wird angepasst, erläuterte er den KUTA-Mitgliedern in der zurückliegenden Sitzung. Dazu könnte die Linie 41 (Regensburg - Schwandorf) so geändert werden, dass sie direkt zwischen Teublitz und Maxhütte verkehrt, ohne Burglengenfeld anzufahren. Ersatzweise würde stündlich der Zug verkehren.

Vier Bahnhaltestellen sollten eingerichtet werden, um die Passagierzahlen zu erreichen: der ehemalige Bahnhof Burglengenfeld, Burglengenfeld-Ost (Richtung Saltendorf), Teublitz West (beim Friedhof) und Teublitz-Ost (nähe Netto-Filiale Teublitz). Ein ausgedehnter Stadtbusverkehr in Burglengenfeld soll dann den Bahnhof mit den Wohnquartieren verbinden. Das Buskonzept würde ein jährliches Defizit von etwa 400 000 Euro für Landkreis und beteiligte Kommunen bedeuten. Dazu sind aber weitere Untersuchungen nötig. Wie auch zur bestehenden Infrastruktur, also vor allem zu den bestehenden Gleisanlagen. Eine Studie soll nun zeigen, welcher Investitionsbedarf an Gleisen, Signalanlagen und Brücken bis hin zu den Haltepunkten besteht. Die Kosten des Gutachtens (bis 80 000 Euro netto) teilt sich der Landkreis mit den Kommunen des Städtedreiecks.

Schnellere Verbindung

"Diese Entlastung haben wir in der Hand. Die Erweiterung des Pfaffensteiner Tunnels nicht", sagte Landrat Thomas Ebeling mit Blick auf den Verkehr auf der A93. Josef Weigl vom Regensburger Verkehrsverbund (RVV) sieht in der Reaktivierung eine große Chance: Neben der Anbindung Burglengenfelds könnte auch die Verbindung Schwandorf-Regensburg schneller werden, weil nicht mehr jeder Zug in Maxhütte-Haidhof halten müsste. "Das wäre für die Region eine tolle Geschichte", sagte Weigl. Letztlich könnte das zu einem S-Bahn-ähnlichen Takt führen.

"Alex-Nord" Schlusslicht bei der Pünktlichkeit

Schwandorf

"Viele Ausfahrten"

Bis dahin werden aber noch viele Züge durch den Bahnhof Maxhütte-Haidhof rollen. Sobald die Studie zu den Infrastrukturkosten vorliegt, könnte mit einem Eisenbahn-Unternehmen Kontakt aufgenommen werden, "das bereit ist, Geld in die Hand zu nehmen", sagte Ebeling.

Einerseits sei die Reaktivierung ein sehr wichtiges Projekt. Andererseits bestehen während des Verfahrens für den Landkreis noch "viele mögliche Ausfahrten" (Ebeling), sollten die prognostizierten Kosten in Höhen steigen, "die kein Mensch bezahlen kann". Mit der einstimmigen Empfehlung an den Kreistag, die von der BEG geforderten Kriterien anzuerkennen, ist im Endeffekt also noch nichts endgültig entschieden.

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