(rhi) Der Mitgliederschwund beim Heimatverein der Falkenauer setzt sich fort. 36 Todesfälle und neun Austritte bei zwei Neuzugängen bestätigten zuletzt den Trend. "Von den einst über 1000 Mitgliedern sind noch 400 übrig geblieben", sagte Vorsitzender Gerd Hampl bei der Hauptversammlung am Samstag im Konrad-Max-Kunz-Saal der Oberpfalzhalle. "Wir werden uns aber noch nicht auflösen", machte der Vorsitzende trotz der Entwicklung deutlich. Aber: "Wir müssen der Situation ins Auge sehen." Bei der Hauptversammlung zum 32. Falkenauer Bundestreffen stellten die Mitglieder die Weichen für die Zeit danach und änderten die Satzung. Dort steht in Paragraph 3 Absatz 4: "Bei Auflösung des Vereins fällt das Vermögen der Stadt Schwandorf zu". Das sind im Augenblick 41 000 Euro, wie dem Bericht des Schatzmeisters Erwin Rippl zu entnehmen war. Das Geld soll die Stadt einmal für gemeinnützige Zwecke verwenden.
Weiter heißt es in der Satzung: "Auch die Gegenstände zur Geschichte des Falkenauer Gebietes und der Bewohner gehen in das Eigentum der Stadt über mit der Maßgabe, sie den künftigen Generationen weiter zugänglich zu machen". Dabei geht es vor allem um die Zukunft der Heimatstube, die nach Ansicht von Gerd Hampl zu einem "kleinen Museum" geworden ist. Bürgermeisterin Ulrike Roidl signalisierte die Bereitschaft der Stadt, die Heimatstube zu übernehmen und zu pflegen. Dafür bestehe im Stadtrat breiter Konsens.
Die Patenschaft der Stadt mit dem Heimatverein geht ins Jahr 1959 zurück. "Zum 60-jährigen Bestehen im kommenden Jahr werden wir uns etwas einfallen lassen", kündigte der Vorsitzende an. Seit 18 Jahren sind Schwandorf und Sokolov (ehemaliges Falkenau) auch Partnerstädte. Die damaligen Oberbürgermeister Hans Kraus (Schwandorf) und Dr. Karel Cernik (Sokolov) besiegelten die Partnerschaft am 17. April 2000. Der Tag war bewusst so gewählt, denn beide Städte wurden am 17. April 1945 von den alliierten Kriegsgegnern bombardiert.
Bei der Kranzniederlegung am Sonntag am Denkmal "Falkenauer Wastl" am Wendelinplatz betonte dritte Bürgermeisterin Martina Englhardt die enge Beziehung der Stadt zum Heimatverband und zur Stadt Sokolov. Vorsitzender Gerd Hampl erinnerte an das Unrecht der Vertreibung, das 60 000 Sudetendeutsche des Kreises Falkenau erleiden mussten. Bei der Kranzniederlegung gedachten die Geistlichen Hans Amann und Arne Langbein im Gebet der Opfer von Gewalt, Flucht und Vertreibung. Tafeln an den Tischen in der Oberpfalzhalle erinnerten an die "verschwundenen Orte". Die Schilder waren gleichzeitig Orientierungspunkte für die Gäste, die am Sonntag zur Wiedersehensfeier aus dem ganzen Bundesgebiet angereist waren. Die Blaskapelle Bubach spielte zur Gedenkfeier am "Wastl" und auch anschließend bei der Wiedersehensfeier in der Oberpfalzhalle.














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