27.05.2021 - 14:40 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Fehlendes Baumaterial hemmt Bauvorhaben im Landkreis Schwandorf

„Materialknappheit“: Ein ganz neuer Begriff bei den Berichten über die Baumaßnahmen des Landkreises. „Das wird uns hemmen,“ bedauert Landrat Thomas Ebeling.

Das Johann-Andreas-Schneller-Gymnasium in Nabburg erlebt derzeit Umbauarbeiten im Bereich der Physik. Diese Maßnahmen werden bis zum Spätherbst andauern. Möglichst bald soll überdies mit der Flachdachsanierung am Bau 2 begonnen werden.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Als die zuständigen Amtsleiter ihre Übersichten aus den laufenden Hoch- und Tiefbaumaßnahmen des Landkreises Schwandorf vorlegten, staunte man im Ausschuss für Schulen, Planung und Bau nicht schlecht. Denn der Landrat kommentierte die Berichte mit einem Hinweis auf ungewohnte Probleme bei der Ausführung einiger Baumaßnahmen. Er sprach von Materialknappheit und wies dabei unter anderem auf fehlendes Kupfer hin, das die Fortschritte beim Heizungsbau in der Realschule in Burglengenfeld belaste. Außerdem gibt es Nachschubprobleme beim Dämmmaterial.

„Das ist ein Problem im Hoch- und im Tiefbau,“ kommentierte Ebeling die fehlenden Baustoffe. Für ihn war klar: „Das wird uns auf den Baustellen im Landkreis Schwandorf hemmen.“ Andererseits, was soll man tun? „Wir können das leider nicht ändern.“

„Wir können das nicht ändern“

Die bereits erwähnte Realschule am Kreuzberg in Burglengenfeld erfährt seit geraumer Zeit eine Generalsanierung mit Teilabbruch und Teilneubau. Derzeit, so erfuhren die Mitglieder des Ausschusses, wird das Flachdach der Aula abgedichtet und die Zimmerer haben mit dem Dachstuhl am Mädchentrakt begonnen. Anschließend können die Rohinstallationen der technischen Ausbaugewerke stattfinden. Für Juni und Juli sind die Innenputzarbeiten vorgesehen, bevor in den Sommerferien der Estrich eingebaut werden kann. Die weiteren Arbeiten zum Innenausbau werden noch bis Jahresende andauern.

Im Haushaltsplan 2021 sind für die Maßnahme 2,8 Millionen Euro eingeplant. Die Gesamtkosten für die Generalsanierung werden aktuell mit mindestens 20 Millionen Euro prognostiziert.

Blick nach Nabburg

Am Gymnasium in Nabburg wurde mit den Umbauarbeiten im Bereich der Physik begonnen. Der Estrich wurde bereits eingebaut, anschließend beginnt der Trockenbau. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis zum Spätherbst andauern. Sobald wie möglich soll mit der Flachdachsanierung am Bau 2 begonnen werden. Im Haushaltsplan sind anteilig in 2021 für den Umbau im Bereich Physik 400 000 Euro, für Flachdachsanierung 600 000 Euro und für Klassenzimmerbeleuchtung 80 000 Euro eingeplant. Der Tausch der Beleuchtung ist bereits abgeschlossen.

Für den beschlossenen Neubau des Sonderpädagogischen Förderzentrums Nabburg im Herzen des Schulzentrums in Nabburg werden in diesem Jahr die Planungen weitergeführt. Die Grundkonzeption für die Raumaufteilung im zweieinhalbgeschossigen Neubau steht mittlerweile fest. Die Entwurfsplanung wird im Herbst im Ausschuss vorgestellt. Im Haushaltsplan 2021 sind 600 000 Euro an Planungskosten vorgesehen. Um im zentralen Bereich des Schulzentrums Nabburg für die weiteren Baumaßnahmen Platz zu schaffen, soll in den Sommerferien das nicht mehr genutzte Hausmeisterwohnhaus der Berufsschule abgebrochen werden.

Bei den Baumaßnahmen am Beruflichen Schulzentrum in Schwandorf sind – wie bereits berichtet – erhebliche Bauverzögerungen eingetreten. Nachdem sich derzeit die Bodenbelagsfirma in Quarantäne befindet, wird sich der Umzugstermin weiter verschieben. Es ist geplant, dass der Unterricht in den neuen Räumen zum Schuljahrbeginn 2021/22 im September stattfinden kann.

Wirtschaftsschule zieht um

Gelenkt wurde der Blick der Kreisräte auch auf die Wirtschaftsschule. Deren Klassen sind derzeit zum Teil an der Mittelschule in Wackersdorf und zum Teil am Beruflichen Schulzentrum in Schwandorf untergebracht. Während in diesem Schuljahr nur die beiden Klassen 10 und 11 der zweistufigen Wirtschaftsschule in Schwandorf unterrichtet werden, ist geplant, ab dem nächsten Schuljahr weitere Klassen von Wackersdorf nach Schwandorf zu verlagern, und zwar in das vierte Obergeschoss des Berufsschulzentrums.

Nachdem vorgesehen ist, alle Landkreisschulen flächendeckend mit Wlan auszustatten, wurde im letzten Jahr für ein erstes Maßnahmenpaket ein entsprechender Förderantrag für acht Schulen gestellt. Die geschätzten Kosten sind sechsstellig.

Teuerungen bei der größten Investitionsmaßnahme in der Geschichte des Landkreises

Schwandorf
Hintergrund:

Wlan-Verkabelung

  • Alle Landkreisschulen sollen flächendeckend mit Wlan ausgestattet werden
  • Im Jahr 2020 wurde dazu für ein erstes Maßnahmenpaket ein Förderantrag für acht Schulen gestellt
  • In diesem Antrag wurden für die acht Schulen geschätzte Kosten von circa 670 000 Euro rein für
    Verkabelungsarbeiten gemeldet.
  • Umgesetzt wurde die Wlan-Verkabelung bisher am Gymnasium, der Realschule und der Berufsschule in Nabburg, sowie an der Realschule und am Förderzentrum in Schwandorf.
  • In den Pfingstferien soll mit den Verkabelungsarbeiten am Gymnasium in Schwandorf und in den Sommerferien mit den Arbeiten am Gymnasium in Oberviechtach und am Förderzentrum in Nittenau begonnen werden.
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