30.06.2020 - 09:42 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Flucht vom Tatort endet auf der Autobahn

Ein Einbrecher-Trio wird auf der A6 bei Wernberg-Köblitz geschnappt. Das Gericht verhängt nun 16 Monate Haft und zwei Bewährungsstrafen.

Auf der Durchreise aus Belgien wurden drei Männer in der Oberpfalz straffällig.
von Autor HWOProfil

Alles nur ein dummer Fehler? Von Belgien aus sind drei Männer in Richtung Tschechien unterwegs. Sie biegen bei Amberg von der Autobahn, knacken einen Transporter, machen Beute und werden nahe Wernberg-Köblitz festgenommen. "Tut uns sehr leid", sagen sie vor dem Schöffengericht.

Im Auto lag schon einiges, was wohl aus Diebstählen stammte. "Vieles vom Flohmarkt und Schmuck von Verwandten", hörte die Amberger Schöffengerichtsvorsitzende Kathrin Rieger. Am 15. Oktober letzten Jahres um genau 0.45 Uhr fuhren die drei Männer vom Balkan von der Autobahn A 6 und waren Minuten später in Ursensollen (Kreis Amberg-Sulzbach). Dann ging alles sehr rasch: Das Trio brach den Transporter einer Landschaftsgärtnerei auf und bediente sich mit Werkzeugen im Wert von nahezu 5000 Euro. Die Beute wurde ins eigene Fahrzeug bugsiert - und ab ging es in Richtung Osten. Doch eine Anwohnerin hatte Geräusche gehört und die Polizei informiert. Ab dann begann eine Großfahndung auf der A 6.

Nahe Wernberg-Köblitz war die Tour zu Ende. Bei den Tätern klickten die Handschellen. Die Firma aus Ursensollen bekam ihre Werkzeuge zurück, doch was sich sonst alles noch in dem Fahrzeug befand, konnte von der Polizei nicht zugeordnet werden. Werkzeuge, eine Kaffeemaschine, Schmuck. Das sei teilweise nach Deutschland mitgebracht und partiell auch auf belgischen Flohmärkten erworben worden, hörte die Richterin. Das Gegenteil ließ sich nicht beweisen.

Die Drei kamen in U-Haft. Von einem wusste man: Er hatte 2017 in Norddeutschland einen Wohnungseinbruch begangen und ein Jahr Haft zur Bewährung erhalten. Interessant war seine Erklärung dafür: Flucht vor organisierten Kriminellen und bewusst eingebrochen, um zur eigenen Sicherheit weggesperrt zu werden. Doch damals kam er auf freien Fuß. Nach der Straftat in Ursensollen schlossen sich auch für ihn die Gefängnistore.

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Um auch in Zeiten von Corona Fristen zu wahren, musste der Prozess unbedingt sein. Denn die geständigen Diebe saßen bereits ein halbes Jahr hinter Gittern. Konnten sie jetzt darauf hoffen, in ihre osteuropäische Heimat zurückkehren zu können? Zwei von ihnen hatten bei der Vorführung durch Polizeibeamte bereits ihr Reisegepäck dabei und brauchten nach dem Urteil nicht länger Fußfesseln zu tragen. Zwei von ihnen, 42 und 30 Jahre alt, konnten ihrer Wege gehen. Einer bekam zehn, der andere vierzehn Monate mit Bewährung. Das war im Sinn ihrer Verteidiger Ekkehard Zink (Amberg) und Manuel Lüdtke (München).

Düster sah es für den Dritten im Bunde aus. "Geben Sie ihm noch eine Chance", hatte seine Anwältin Selina Riemer (Amberg) gebeten. Doch da führte kein Weg hin. Der 30-Jährige, mit Zweitwohnsitz in Deutschland, muss 16 Monate absitzen und dann wohl auch noch das Jahr für den Einbruch in Norddeutschland.

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