02.12.2019 - 14:35 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Mit frühzeitiger Vorsorge nicht in die "Betreuungsfalle"

Wer das Risiko vermeiden möchte, in die "Betreuungsfalle" zu tappen, sollte eine Vorsorgevollmacht erteilen. "Dafür ist es nie zu früh, aber häufig zu spät", sagt Wolfgang Meischner.

Werner Chwatal, Rita Sebald, Waltraud Brettner und Wolfgang Meischner (von links) sind auf der Suche nach ehrenamtlichen Betreuern.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Der Leiter der Betreuungsstelle des Landratsamtes,Wolfgang Meischner, rät jedem Bürger ab dem 18. Lebensjahr, einen amtlichen Vordruck auszufüllen und dort kundzutun, wem er im Falle von Krankheit oder Unfall die Fürsorge übertragen möchte. Liege nämlich keine schriftliche Vollmacht vor, setze das Gericht einen Betreuer ein. Das koste Geld und berge Risiken in sich, so Meischner.

Als das Betreuungsgesetz im Jahre 1992 in Kraft trat, waren im Landkreis 900 Betreuungsfälle registriert. Die Zahl ist mittlerweile auf 2223 angestiegen. Drei Viertel der Betreuer stammen aus dem familiären Umfeld der Betroffenen, den Rest übernehmen vom Gericht bestellte Vereins- oder Berufsbetreuer. Zwei, die von Berufs wegen "betreuen", sind Rita Sebald und Waltraud Brettner vom Betreuungsverein der Lebenshilfe. Sie kümmern sich um das Wohnumfeld, die wirtschaftlichen Angelegenheiten und die Gesundheitsvorsorge und vertreten die Betroffenen vor den Behörden. Rita Sebald empfiehlt zusätzlich eine Vollmacht für die finanziellen Dinge, "denn die Banken erkennen die Vorsorgevollmacht oft nicht an". Zu den Querschnittsaufgaben des Betreuungsvereins zählt sie die Gewinnung, Beratung und Fortbildung von ehrenamtlichen Betreuern. Im Landkreis kümmern sich insgesamt 23 hauptamtliche und eine Vielzahl ehrenamtlicher Betreuer um Menschen, die Hilfe benötigen. Zu ihn gehört auch Werner Chwatal, pensionierter Rechtspfleger und Referent des Betreuungsvereins. Ganz oft sei nichts geregelt, sagt er, kein Testament, keine Vorsorgevollmacht und keine Patientenverfügung. Deshalb sei es wichtig, rechtzeitig eine Person des Vertrauens für den Ernstfall einzusetzen.

Chwatal bietet im kommenden Jahr im Auftrag des Betreuungsvereins Schwandorf erstmals Sprechstunden für Landkreisbürger an, die an einer ehrenamtlichen Betreuung Interesse haben oder sich über das Thema "Vorsorgevollmacht" informieren wollen. Die ersten Termine: 23. Januar im Rathaus Oberviechtach, 27. Februar im "Haus Fronfeste" in Neunburg vorm Wald, 26. März im Rathaus in Wernberg-Köblitz und 23. April im Rathaus Burglengenfeld. Die Sprechzeiten sind jeweils von 14.30 bis 16 Uhr. Die Folgetermine werden bekanntgegeben. Rückfragen beantworten Rita Sebald und Waltraud Brettner unterder Telefonnummer 09431/5 600 097 oder per E-Mail unter der Adresse rita.sebald[at]betreuungsverein-schwandorf[dot]de

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