06.05.2019 - 10:42 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Für fairen Handel in Europa

"Mitmachen beim Projekt Europa". Diesem Appell können die Teilnehmer am Fairtrade-Frühstück uneingeschränkt folgen. Bei der Frage nach dem "Wie" gehen die Meinungen allerdings auseinander.

Thomas Rudner, Christoph Götz, Anna Toman, Klaus Mrasek und Alfred Damm (von links) diskutierten beim Fairtrade-Frühstück über Europa und den fairen Handel.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Fairtrade-Steuerungsgruppe hatte am Samstag zum Frühstück ins "Lawendls" eingeladen. Sprecher Alfred Damm moderierte die politische Talkrunde.

Die Grünen-Politikerin Anna Toman aus Bärnau (Landkreis Tirschenreuth) gehört seit vergangenem Jahr dem Landtag an und träumt von den "vereinigten Staaten von Europa mit einem europäischen Staatsoberhaupt". Wohlwissend, "dass der Weg dahin nur in kleinen Schritten möglich ist". Die "Fairtrade-Produkte" sollten "einfacher und schneller" gehandelt werden, ähnlich den Erzeugnissen des ökologischen Landbaus. "Dann greift der Verbraucher auch zu", ist die Grünen-Politikerin überzeugt.

Für Mindestlohn

Der Regensburger SPD-Politiker Thomas Rudner plädiert für "einen europäischen Mindestlohn und eine gemeinsame Außenpolitik" und legt den Schwerpunkt auf "Jugend und Bildung". Deshalb spricht er sich auch für die Herabsetzung des Wahlalters aus. Thomas Rudner hat keine Angst vor der AfD und den Rechtspopulisten, "solange wir den Menschen immer wieder die Vorteile eines vereinten Europas bewusstmachen". Die Union werde sich nur weiterentwickeln, wenn sie zu Mehrheitsentscheidungen übergehe.

ÖDP-Bezirksvorsitzender Klaus Mrasek (Amberg) ist für eine "Politik der Regulierung", hält nichts von Freiwilligkeit und ist der Meinung: "Der Billigste darf nicht den Markt beherrschen."

Agrarwende nötig

Mrasek tritt für eine europaweite Agrarwende, eine Besteuerung der internationalen Konzerne und eine Austrocknung der Steueroasen ein. Die Subsidiarität müsse erhalten bleiben, so Mrasek. Mit anderen Worten: "Die Probleme vor Ort sollen die Länder in eigener Regie lösen."

Der CSU-Kandidat für die Europawahlen, Christoph Götz, will die Jugend mobilisieren und ermuntern, am 26. Mai zur Wahl zu gehen. Wer das Privileg genieße, in Europa aufwachsen zu dürfen, soll auch seine Chancen hier nutzen können und eine Perspektive haben, sagte der 22-jährige Jura-Student. Beim Umwelt- und Klimaschutz setzt er auf die Zukunftstechnologie "Wasserstoff". Die Fairtrade-Händler ermuntert er, die Kunden für sich zu gewinnen, denn: "Der Verbraucher hat eine große Macht."

Alfred Damm, der Sprecher der Steuerungsgruppe, sieht die Fairtrade-Bewegung auf einem guten Weg. "Die Produkte kann sich aber nicht jeder leisten", warf Anna Dobler ein. Franziska Wünsch sieht den Europa-Gedanken in den Köpfen der Jugend nicht ausreichend verankert und meint: "Wir müssen die Vorteile der Gemeinschaft stärker herausstellen."

Erhard Sailer appellierte an die Bürger, sich kundig zu machen und die Partei mit der größten Übereinstimmung zu wählen. Wolfgang Meischner kritisierte: "Die Musik spielt nicht im Europäischen Parlament, sondern in den Kommissionen".

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.