11.12.2018 - 17:14 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Geld bleibt auf der hohen Kante

Der Landkreis schneidet heuer finanziell sehr gut ab. Er kann auf eine geplante Rücklagenentnahme in Höhe von drei Millionen Euro weitgehend verzichten. Stattliche Mehreinnahmen spielen da eine große Rolle.

Der Landkreis braucht seine Rücklagen, die zum Jahresanfang bei rund 9,5 Millionen Euro lagen, gar nicht oder höchstens um 250 000 Euro zu verringern. Aus diesem Topf soll später einmal die Erweiterung des Landratsamtes bezahlt werden.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

In der letzten Kreistagssitzung eines Jahres ist es so üblich, dass Kreiskämmerer Michael Neckermann einen Finanzbericht erstattet. Er schickte voraus, was die Rechtsaufsicht bei der Regierung der Oberpfalz zum Kreishaushalt 2018 zu sagen hatte. Sie lobte die Entlastung der Kommunen durch die Senkung des Hebesatzes, der deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegt, ebenso den vorbildlichen Schuldenabbau, die strikte Haushaltsdisziplin und die geordnete Haushaltswirtschaft.

Über die Entwicklung während des Jahres konnte Neckermann mit Zahlen aufwarten, die das Gremium erfreuten. Er sprach von voraussichtlichen Verbesserungen in Höhe von 3,63 Millionen Euro. Sie resultierten aus: 1,9 Millionen Euro weniger Sozialhilfe, 600 000 Euro mehr Grunderwerbssteueranteil, 300 000 Euro mehr überlassenes Kostenaufkommen, 200 000 Euro weniger Personalausgaben, 200 000 Euro weniger Sachverständigenkosten, 180 000 Euro weniger für Energie, 150 000 Euro weniger für Straßenunterhalt und 100 000 Euro mehr an Bedarfszuweisungen.

Auf der anderen Seite stehen rund 1,13 Millionen Euro an Verschlechterungen: 350 000 Euro mehr für die Jugendhilfe, 700 000 Euro mehr für Gastschulbeiträge und Heimunterbringungen sowie 80 000 Euro an Ausgaben für verschiedene Bereiche.

Unter dem Strich bedeutet das, dass dem Kreis rund 2,5 Millionen Euro mehr in seiner Kasse bleiben. Seine vorgesehene Rücklagenentnahme von 3,0 Millionen Euro kann er somit auf höchstens 500 000 Euro reduzieren. Der Kämmerer konnte sich gut vorstellen, dass der Entnahmebedarf sogar noch weiter sinkt, falls der Staat wie erwartet einen sechsstelligen Betrag für die Flüchtlingsberatung erstattet und die Kosten der Jugendhilfe bis zum Jahresende noch gesenkt werden können.

In einem Teil traf seine Prognose umgehend ein. Denn Kreisjugendamtsleiterin Regina Hildwein berichtete dem Kreistag am Ende der Sitzung, dass der Ansatz in der Jugendhilfe nicht um 350 000 Euro überschritten wird. Kurzfristige Mehreinnahmen führten dazu, dass sich der Betrag der überplanmäßigen Ausgaben auf 100 000 Euro verkleinert. Ihn genehmigte das Plenum einstimmig.

In seinem weiteren Bericht stellte Kreiskämmerer Neckermann für 2019 eine Rekord-Investition des Landkreises in Höhe von 19,5 Millionen Euro in Aussicht. Zugleich wäre vorgesehen, die Schulden um weitere 2,4 Millionen Euro zu verringern.

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