04.10.2020 - 09:16 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Glanzvoller Festivalstart mit Christoph Soldan

Applaus für Pianist Christoph Soldan. Er begeisterte die Zuhörer beim Klassikfestival.
von Reinhold TietzProfil

Das "Klassikfestival Goldener Oktober 2020“ startete mit einem gelungenen Eröffnungskonzert im Oberpfälzer Künstlerhaus. Weit auseinander gestellte Stühle und Stuhlpaare prägten die Zuschauerpassage. Die Besucher klatschten erwartungsvoll, als Pianist Christoph Soldan an den Konzertflügel trat.

Die Klaviersonate Fis-Dur „à Therese“ op 78 hat Ludwig van Beethoven nach fünfjähriger Pause im Komponieren von Klaviersonaten geschaffen. Temperamentvolle Spielfreude und Klangfülle prägen die Sonate und weisen eher den Weg zur Romantik, als dass sie die heldische Art der vorangegangenen Appassionata-Sonate op 57 fortsetzen. Ein viertaktiges „Adagio cantabile“ leitet weich den Anfangssatz ein. Im „Allegro ma non troppo“ werden die volle Akkordik und die raschen Sechzehntel-Figuren miteinander verknüpft. Das Ganze erfährt seine Steigerung im „Allegro vivace“. Christoph Soldan brachte die musikalischen Aussagen der Sonate in all ihren Empfindungen überzeugend zu Gehör.

Der zweite Teil des Konzertabends war Franz Liszt gewidmet. Aus seinen „Années de Pèlerinage“, den „Wander- oder Pilgerjahren“ hatte der Pianist fünf Titel ausgewählt, welche die Vielschichtigkeit des Gesamtwerks zeigen. „Sposalizio“ erläutert musikalisch die Vermählung Marias mit dem älteren Joseph. Das einfache Thema umspielt die Frage, ob diese Ehe richtig ist. Es folgt das „Vallèe d`Obermann“, das in einen stürmischen Ausklang mündet. Liszt hat Obermanns Verhältnis zu Naturerscheinungen in musikalischen Tonkonzeptionen tiefgreifend nachempfunden. Dann das Stück „Au bord d´ùne source“: Der Komponist hat die Eindrücke „Am Rand einer Quelle“ in ihrer lebendigen Schnelligkeit des „Allegretto grazioso“ am Klavier lebhaft veranschaulicht. In „Les jeux d´eau à la villa d´este“ strömt dieses „Wasserspiel“ dann im unendlichen Fluss mit vielfältigen musikalischen Gestaltungen dahin. „Angelus! Priere aux Anges Gardiens“ beendet die Vortragsfolge, indem sie die innere Ruhe dieses „Gebets an den Schutzengel“ im „Andante pietoso“ ausdrückt. Die vielfältigen Tonfolgen, die in diesen „Pilgerjahren“ von einer immensen Virtuosität geprägt sind, präsentierte Christoph Soldan bravourös.

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