Schwandorf
Update 20.09.2018 - 13:11 Uhr

Hände weg vom Smartphone

Wer als Autofahrer mit dem Handy telefoniert, reagiert so schlecht, als hätte er 0,8 Promille Alkohol im Blut. Grund genug für die Polizei, bei einem Aktionstag am Donnerstag die Verkehrsteilnehmer genau unter die Lupe zu nehmen

Die Polizeibeamten Gerhard Richter (links) und Siegfried Deml kontrollierten auf der Wackersdorfer Straße und zogen wie hier auch „Gurtmuffel“ aus dem Verkehr. Bild: ch
Die Polizeibeamten Gerhard Richter (links) und Siegfried Deml kontrollierten auf der Wackersdorfer Straße und zogen wie hier auch „Gurtmuffel“ aus dem Verkehr.

(ch) Mit dem Alkohol-Beispiel, sagt Polizeioberkommissar Gerhard Richter, könne man den Verkehrsteilnehmern die Gefahr gut erklären. Statistisch erhöht sich das Unfallrisiko beim Telefonieren um mindestens das Vierfache. Richter kontrollierte mit seinen Kollegen Siegfried Deml und Simon Frank am Donnerstagvormittag an der Wackersdorfer Straße. Frank beobachtete den Verkehr an der Ampel bei der Realschule St. Josef. Richter und Deml winken die "Sünder" bei der Bäckerei Scherl heraus. In den ersten Minuten registrieren die Beamten einen Rotlichtverstoß und zwei Gurtmuffel. Die Kontrollstelle war eine von elf, die die Polizei über den Tag verteilt zwischen 6 und 22 Uhr in der Stadt einrichtete. Auch personell eine Herausforderung für die Schwandorfer Inspektion. "Es ist alles draußen, was Beine hat", sagte Richter.

Die Kontrolle ist Teil der Aktion "sicher.mobil.leben" des Bayerischen Innenministeriums. Am Donnerstag war die Ablenkung im Straßenverkehr ein Schwerpunkt. Wie oft das Telefonieren oder Texten mit Smartphones Unfallursache ist, lasse sich schwer sagen, erklärte Polizeihauptkommissar Dieter Jäger, Sachbearbeiter "Verkehr" bei der Polizeiinspektion Schwandorf, der Redaktion. "Es gibt kaum einer zu, dass er gerade mit dem Smartphone hantiert hat." Seine Statistik spricht aber eine deutliche Sprache.

Seit Anfang des Jahres bis Mittwoch haben die Schwandorfer Beamten 226 Handy-Verstöße im Schutzbereich (Stadt Schwandorf, Wackersdorf und Steinberg am See) registriert. 22 065 Euro Bußgeld wurden insgesamt verhängt, außerdem bekamen 203 Fahrer einen Punkt im Verkehrsregister. Erwischt wurden Lkw-, Pkw- und Motorradfahrer ebenso wie Fahrradfahrer. Gerhard Richter gibt den erwischten Verkehrsteilnehmern neben mahnenden Worten ("Der Gurt ist Lebensretter Nummer eins bei Unfällen. Bitte schnallen Sie sich immer an") auch den Tipp mit auf den Weg, dass am Donnerstag überall verstärkt kontrolliert wird. "Halten Sie sich bitte an die Vorschriften. Sonst kann es sein, dass ein Kollege Sie ein paar Meter weiter wieder herauswinkt." Verwarnungsgelder für die "Verkehrssünder" werden natürlich auch fällig. Wie viele Verstöße am Donnerstag registriert wurden, wird an diesem Freitag bekannt gegeben. "Es wäre ein Erfolg, wenn wir möglichst wenige Fahrer anhalten müssen", sagte Gerhard Richter.

 
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