13.12.2019 - 16:02 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Haft für einen unbelehrbaren Rauschgiftkonsumenten

Das Gericht kennt auch in zweiter Instanz keine Gnade. Ein 38-Jähriger aus Schwandorf muss wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz vier Monate Freiheitsstrafe verbüßen. Bewährungen stehen zusätzlich im Feuer.

Auch in zweiter Instanz gibt es keine Milde für den Drogenkonsumenten.
von Autor HWOProfil

Der Mann aus Schwandorf ist 38 Jahre alt. 35 Jahre davon kommt er nie mit dem Gesetz in Konflikt. Und plötzlich geht es los: Eine Vorstrafe nach der anderen. So viele unterdessen, dass Richtern nichts anderes übrig bleibt, als Gefängnis ohne Bewährung zu verhängen. Vor der Dritten Strafkammer des Amberger Landgerichts ging es um einen Vorfall, der bei einem Ersttäter mit Geldstrafe geendet hätte. Der Mann auf der Anklagebank ist seit langem bei der Polizei als Drogenkonsument bekannt. Das hat für ihn die fatale Folge von Kontrollen, wenn ihn Uniformierte im Stadtgebiet sehen. Als Streifenbeamte den Mann wieder einmal anhielten, hatte er 2,83 Gramm Crystal Meth dabei. Sie nahmen ihm das Rauschgift ab und schrieben eine Anzeige. Vor dem Amtsgericht setzte es heuer im September vier Monate Haft ohne Bewährung. Bereits dort hatte eine Richterin im Urteil geäußert, dass mit ihr angesichts der langen Liste von acht Vorstrafen über Bewährung nicht zu diskutieren sei. Der seit langem arbeitslose Mann ging zusammen mit seinem Anwalt Uwe Müller in die zweite Instanz. Dort argumentierte er nun: "Ich habe einen Job in Aussicht. Doch der Arbeitgeber will den Ausgang des Verfahrens abwarten." Nur wenige Minuten später wurde ersichtlich: Gegen den 38-Jährigen gibt es zwei weitere Anklageschriften der Staatsanwaltschaft. Damit war für die Strafkammer endgültig der Nachweis erbracht: Da saß ein Unbelehrbarer, der krampfhaft nach einem Ausweg suchte, wie er um einen Aufenthalt hinter Gittern herumkommen könnte. Doch das war ein durchschaubares Manöver. "Sie sollten die Berufung zurücknehmen", riet Kammervorsitzender Peter Hollweck. Das tat der 38-Jährige. Seine Zukunft nimmt sich düster aus. Vier Monate muss er absitzen. Und es könnte sein, dass offene Bewährungen widerrufen werden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.