Schwandorf
03.09.2022 - 13:20 Uhr

Haindling begeistert über 1000 Fans bei Festival in Schwandorf

"Leit hoit's z'samm" appelliert Hans-Jürgen Buchner schon seit vielen Jahren an seine Fans. Im Moment scheint der Titel, den der Haindling-Chef singt, aktueller denn je zu sein. Auch in Schwandorf gibt es zur Musik ein paar ernste Worte.

40 Jahre Haindling: Die Tour zum Bühnen-Jubiläum führt die Band aus Niederbayern nicht zum ersten Mal nach Schwandorf. Vor allem zu WAA-Zeiten trat sie etliche Male hier im Landkreis auf. Von daher rührt auch die Freundschaft des Musikers Hans-Jürgen Buchner zu Altlandrat Hans Schuierer, der an diesem Freitagabend auch im Auditorium sitzt. So um die 1000 Anhänger der Band sind in die Oberpfalzhalle zum zweiten Konzert beim Zelt- und Kultur-Festival gekommen.

Vier Jahrzehnte ureigener Haindling-Sound: Die Zeit blieb nicht stehen, die Fans sind älter geworden. „Damals wie wir angfangt ham, seids ihr no alle gstanden“, weiß Buchner freilich. Aber inzwischen dürfen die geneigten Zuhörer auf Stühlen Platz nehmen – allerdings nicht durchgehend, denn der Haindling-Chef verlangt es, zwischendurch mal aufzustehen, die Hände hoch zu nehmen und zu schütteln, im Takt zu schnippen, im Rhythmus mitzuklatschen und an einer Stelle auch zu schunkeln, obwohl für ihn noch immer die Devise gilt: „Schnunkeln ist wos Gschi....“. Aber bei „Leit hoit’s z’samm“ muss es einfach sein – schon allein deshalb, um zu signalisieren, wie wichtig es heutzutage ist, sich im Leben näher zu kommen, unterzuhaken und – getreu einer Textzeile aus einer anderen Haindling-Nummer – „freindlich zueinander“ zu sein. Bayerische Lebensfreude soll da rüber kommen – und das gelingt ganz gut.

Musikalisch ist Hans-Jürgen Buchner, selber inzwischen 77, der Alte geblieben. Es gibt kaum ein Instrument, mit dem er nicht umgehen könnte. Das beweist er auch an diesem Abend wieder eindrucksvoll. Mit seiner Band, die ihn zum Teil schon auf der vollen Distanz der 40 Jahre begleitet, begeistert er das Publikum. Die Lieder, die zu hören sind, kennt jeder der Anwesenden. Die „Paula“ kommt mit ihrem Geld immer noch frisch und fröhlich daher, der „Schwarze Mann“ sorgt für Furore, der „Holzscheitel-Rap“ bleibt eine Hommage an den „Einsiedel von Bogen“ und „Spinn i“ bringt die Fans zum Jubeln. Die Stimmung ist ausgesprochen gut während der zweieinhalb Stunden.

Daran ändert sich auch nichts, wenn Buchner zwischendurch ernste, nachdenkliche Töne anschlägt. Es geht da um Umweltzerstörung und den „kloana Menschn“, der sich einbildet, nur auf seine eigenen Interessen schauen zu müssen und dabei Konflikte herauf beschwört, obwohl doch auf der Erde genügend Platz da wäre, so dass alle ein gutes Auskommen haben könnten. Der gelernte Hafner aus dem Gäuboden ist eben keiner, der sich um des Erfolges Willen verbiegt. Zum Naturschutz steht er, und der Gesellschaft hält er – wenn nötig – ganz offen den Spiegel vors Gesicht.

Von seinen großen Hits fehlt keiner im Programm. „Rote Haar“ gehört dazu genauso dazu wie die Filmmelodie aus „Irgendwie und sowieso“ und die Liebeserklärung zu „Bayern“ im gleichnamigen Lied. „Lang scho nimmer g’sehn“ ist dann ein Muss bei den Zugaben. Das macht jeden Haindling-Fan noch restlos glücklich.

 
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