12.02.2021 - 10:34 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Handel mit Crystal Speed: Drei Jahre Haft für Schwandorfer

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Der Handel mit Crystal Speed bringt einem 39-Jährigen drei Jahre Haft ein. Zudem muss er auf Entzug. Falls sich der Rauschgiftabhängige dadurch aus dem Drogensumpf ziehen kann, darf er mit Bewährung für die Reststrafe rechnen.

Dem 39-Jährigen wurde in 15 Fällen Handel mit Crystal Speed vorgeworfen.
von Autor HWOProfil

Vor einem Amberger Schöffengericht wurde gegen einen 39-Jährigen aus Schwandorf verhandelt, der im Verdacht des Handels mit der Droge Crystal Speed stand. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, in 15 Fällen das Rauschgift zu jeweils mehreren Gramm an Abnehmer verkauft zu haben.

Gericht setzt auf Therapie

Schwandorf

Der von drei Anwälten verteidigte Schwandorfer hat zu Beginn des Prozesses weitgehend zugegeben, an den Deals beteiligt gewesen zu sein. Ihm wurde außerdem zur Last gelegt, bei zwei Polizeikontrollen in Schwandorf jeweils mehrere Gramm Crystal Speed bei sich gehabt zu haben. Auf Nachfrage der Schöffengerichtsvorsitzenden Kathrin Rieger räumte er ein, dass er mit dem Erlös seiner Drogengeschäfte die eigene Sucht finanzierte.

Verabredungen in Schwandorf

Die Übergabe der Rauchgiftportionen fand offenbar weitgehend auf Schwandorfer Straßen statt. Der Verkauf zum Grammpreis von 60 Euro erfolgte an Männer und Frauen, die von der Staatsanwaltschaft nun ebenfalls strafrechtlich verfolgt werden. Nach einer von Landespolizei und Kripo eingeleiteten Aktion kam der 39-Jährige Ende September letzten Jahres in Untersuchungshaft. Aus seiner Zelle führten ihn nun zwei Beamte zum Prozess vor.

Der Handel mit der hoch gefährlichen Droge Crystal Speed ging schwunghaft und gewinnbringend vonstatten. Die Kunden und der Dealer verabredeten sich dabei unter anderem auf der Regensburger Straße und auf dem Vorplatz der Feuerwache in Schwandorf. Außerdem ging es in dem Verfahren um zwei Polizeikontrollen, bei denen der 39-Jährige Drogen mit sich führte. In einem Fall versuchte er offenbar, das Rauschgift rasch wegzuwerfen.

Entzug als Rettungsanker

Weite Teile des Verfahrens drehten sich um die eigene Sucht des Mannes. Dazu war aus Nürnberg die medizinische Sachverständige Anna-Christine Wunder-Lippert angereist. Sie hielt in ihren Ausführungen vor dem unter Vorsitz von Kathrin Rieger tagenden Schöffengericht eine Entzugstherapie des Beschuldigten für angebracht.

Während der Verhandlung hatte der arbeitslose 39-Jährige seine Drogendeals weitgehend über die ihn vertretenden Anwälte zugegeben. Im Urteil wurde zu drei Jahren Haft auch die Unterbringung in einer längerfristigen Entzugsmaßnahme angeordnet. Absolviert sie der Mann erfolgreich, kann er mit Bewährung für die dann noch ausstehende Reststrafe rechnen.

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