Als sich der "Sozialdienst katholischer Frauen" (SkF) vor 25 Jahren in Schwandorf gründete, war die "Fremdbetreuung" von kleinen Kindern noch verpönt. Vor allem in jenen Kreisen, aus denen heraus der Verband entstanden ist. Die damalige bayerische Sozialministerin Barbara Stamm erkannte aber den Bedarf und vergab drei Modellprojekte für die Tagesmütter-Vermittlung. Eines davon nach Schwandorf. "Das war die Geburtsstunde des SkF", erinnerte Vorsitzende Hermine Rodde bei der 25-Jahrfeier des Verbandes am Freitag in der Spitalkirche. Am Festakt nahm auch die damalige Landtagsabgeordnete Marianne Deml teil, die sich, wie Rodde versichert, vehement dafür eingesetzt habe, "dass Schwandorf den Zuschlag bekam".
Längst hat sich der Verband breiter aufgestellt. Er vermittelt nicht nur Tagesmütter zur Kinderbetreuung, sondern begleitet auch Familien in schwierigen Lebensphasen, übernimmt Vormundschaften und unterhält eine Spielstube zur Betreuung von Kleinkindern. Seit 2009 ist der Verband unter einem Dach in der Klosterstraße in Schwandorf untergebracht.
Die Geschäftsführerin des SkF-Landesverbandes Bayern, Monika Meier Pojda, war bei der Gründung vor 25 Jahren ebenfalls dabei und "findet es wunderbar, was sich hier entwickelt hat". 29 Mitglieder hätten sich damals bereit erklärt, "Frauen und Familien in allen Lebenslagen" beizustehen. In der politischen Lobby-Arbeit sieht Monika Meier Pojda eine weitere wichtige Tätigkeit des Verbandes. Sie stellt fest: "Der SkF ist heute ein moderner Fachverband mit 143 Ortsvereinen in Deutschland". Gründungsvorsitzende war damals Waltraud Geis, Emilia Müller ihre Stellvertreterin. Die Sozialministerin a.D. und neue Landesvorsitzende des katholischen Frauenbundes erinnerte in ihrer Festansprache an die damalige Situation: "21 der 33 Gemeinden im Landkreis hatten kein Angebot zur Kinderbetreuung". In der Stadt Schwandorf gab es die einzige Kinderkrippe im Landkreis. Heute sei jedem klar: "Kinderbetreuung ist die Voraussetzung für Frauen und Männer, wenn sie Familie und Beruf miteinander vereinbaren wollen". Alleinerziehenden Müttern ermögliche das Betreuungsangebot "ein Leben in finanzieller Unabhängigkeit". Mit der Vermittlung von Tagesmüttern stelle der Sozialdienst katholischer Frauen "eine qualifizierte Kinderbetreuung auch in den Randzeiten sicher". In der Spielstube können die Eltern ihre Kinder in Obhut geben, um einzukaufen oder einen Arzt aufzusuchen.
Landrat Thomas Ebeling und Oberbürgermeister Andreas Feller dankten den SkF-Frauen für das Engagement zum Wohle der Gesellschaft. Dem Empfang in der Spitalkirche ging ein Gottesdienst in der Jakobskirche voraus. Daran nahm auch Maria Geiss-Wittmann (Amberg) teil, die vor der Gründung des SkF-Ortsvereins in Schwandorf in Kontaktgruppe initiierte. Auch Christine Sommer, die damalige Vorsitzende der Frauen-Union und Gründungsmitglied des SkF-Ortsvereins, war aus Amberg angereist. Glückwünsche überbrachte auch der frühere Bundestagsabgeordnete Klaus Hofbauer.
Schwandorf
06.07.2018 - 16:52 Uhr
Hilfe in allen Lebensphasen
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