15.06.2020 - 17:30 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Holunder tut Wunder"

Der Regen der letzten Tage hat der Natur gut getan. Vor allem der Holunder blüht in voller Pracht. Er hat heilende Wirkung.

Kräuterführerin Ulrike Gschwendtner schwört auf die Heilkraft des Holunders und fühlt sich in der Nähe der Heilpflanze "geerdet".
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Der uralte, mystische Hausstrauch hat schon immer die Nähe zu den Menschen gesucht. „Früher hatte jeder Bauernhof seinen eigenen Holunder, oft an allen vier Ecken des Hauses“, erzählt die zertifizierte Kräuterführerin Ulrike Gschwendtner. Die Menschen sind bis heute von der heilenden Wirkung des „Hollers“ überzeugt. Gerade in der Küche ist er vielseitig einsetzbar. Im Frühjahr sind es die schneeweißen Blüten, im Herbst die aromatischen Beeren. Beide lassen sich in kulinarische Genüsse verwandeln und beinhalten eine Vielzahl gesundheitsfördernder Stoffe, darunter auch Vitamin C. Die weißen, fein duftenden Blüten werden in Pfannkuchenteig ausgebacken und die schwarzen Holunderbeeren zu Saft, Gelee oder Likör verarbeitet.

Ulrike Gschwendtner rät dazu, die aufgeblühten Dolden an einem sonnigen Tag zu sammeln und vor der Verarbeitung ein bis zwei Stunden auf ein Geschirrtuch zu legen. Kleine Insekten verlassen so die Dolden. Die Blüten sollte man nicht waschen. „Holunder tut Wunder“ heißt ein Spruch. Er verdeutlicht die Bedeutung der Pflanze als Hausmittel. Ein Holunderblütentee wirkt schweißtreibend und blutreinigend, stärkt das Immunsystem und lindert Erkältungsbeschwerden.

In der Nähe eines Holunderbusches fühlt sich Ulrike Gschwendtner „geerdet“. Der „Holler“ habe auch einen hohen ökologischen Wert. Die Vögel lieben die schwarzen Beeren, und für Bienen und Schmetterlinge sind die Blüten im Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle.

Für die zertifizierte Kräuterführerin aus Weiden hat der Holunder einen festen Platz in der Naturheilkunde. Sie gibt in Vorträgen und Seminaren – auch im Landkreis Schwandorf –Tipps zur Anwendung. Wer die Blüten bei Sonnenschein sammelt, mit einem Mörser zerkleinert und mit Zucker vermischt, bekommt nach einigen Tagen einen Holunderblütenzucker, der sich vor allem zum Verfeinern von Süßspeisen und Salaten eignet.

Ulrike Gschwendtner machte 2012 an der Umweltstation Waldsassen eine Ausbildung zur zertifizierten Kräuterführerin. Ihr ist es wichtig zu zeigen, „wie die heimischen Kräuter viele Gerichte bereichern können, gut schmecken und fast überall verfügbar sind". Sie fasziniert der Kreislauf der Natur, „das Grün im Frühling, die magische Zeit um die Sommersonnwende, die Zeit der Ernte, der Fülle im Herbst, die Stille, die Zeit des Neubeginns mit der Wintersonnwende und der Duft nach Erde und Aufbruch, wenn der Winter sich langsam verabschiedet".

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.