Drei Faktoren sieht Dr. Christian Barth als wesentliche Vorgaben, um die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft zu sichern: Die richtigen Ideen, das Beachten der Kultur und der nötige Mut. Diese Punkte setzte er auch in den Mittelpunkt seiner Festrede, die er am Mittwoch bei der Verleihung der Zukunftspreise des Vereins "Partner für den Landkreis Schwandorf" hielt (wir berichteten).
Barth ist seit 2011 Amtschef im Bayerischen Umweltministerium, und verweist nicht ohne Stolz darauf, dass der Freistaat vor knapp 50 Jahren das deutschlandweit erste Ministerium dieser Art einrichtete. Ideen, so Barth, seien Grundlage jeden Fortschritts. Dabei gelte es aber ein Auge darauf zu richten, ob die Idee "aufs richtige Pferd" setze - anders als Kaiser Wilhelm II., der das Auto als "vorübergehende Erscheinung" abtat. Heute würden Fahrverbote "vielleicht mit einer gewissen Lust am Untergang" diskutiert. Es werde aber nicht auf die Kutsche hinauslaufen, sondern auf synthetische Kraftstoffe, E-Mobilität und Wasserstoff, meine Barth.
Humanität und Kultur seien ein weiterer wichtiger Faktor, wenn Zukunftsthemen gesetzt werden. Der Fortschritt der Gesellschaft dürfe nicht nur technologiegetrieben sein. Vielmehr gelte es, die Menschen mitzunehmen. Das kennzeichne auch die Projekte der Preisträger. Anders als die These in einem Buch zweier neuseeländischer Autoren, die in "Time to eat the dog" (Es wird Zeit, den Hund zu essen) den Kohlendioxid-Ausstoß von Haustieren nach dem Motto "Auto oder Haustier" aufs Korn nehmen. "Das ist sicher nicht der richtige Weg, die menschliche Empathie außer Acht zu lassen", sagte Barth, "noch nie in der Geschichte ist aus der Beschneidung der Freiheit eine gute Zukunft erwachsen."
Dritter wichtiger Punkt auf dem Weg in die Zukunft: Mut. Hier führte Barth den "Erfinder der Natur", Alexander von Humboldt an, der in seinen aufklärerischen Schriften und mit seinen Reisen hohes Risiko eingegangen sei. Er habe den Menschen als Teil und nicht als Krone der Schöpfung verstanden und vor allem auf wissenschaftliche Fakten gesetzt. Das gelte es auch heutzutage. "Wir alle sind der Schöpfung verpflichtet", sagte Barth, der Mensch habe aber dem Erhalt der Lebensgrundlagen viel zu lange zu wenig Bedeutung zugemessen.
Das Volksbegehren "Artenvielfalt" oder auch "Fridays for Future" zeigten den Willen der Menschen auf, das zu ändern. Die Politik reagiere, müsse sich aber auch immer fragen: "Tun wir das Richtige, und tun wir genug". Barth verwies auf das bayerische Klimaschutzpaket, auf diverse Maßnahmen auch im Landkreis Schwandorf. Die Preisträger und auch alle Bewerber jedenfalls hätten die Zeichen der Zeit erkannt und seien Vorbilder.















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