26.04.2021 - 14:32 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Industriekultur am Leben halten

Industrielle Denkmäler genießen hohen auch im Raum Schwandorf kulturellen Wert. Aber dabei allein sollte es möglichst nicht bleiben. Wie kann eine in die Zukunft gerichtete Nutzung aussehen. Dieser Frage geht ein Symposium nach.

Eine Luftaufnahme der Stadt Schwandorf aus dem Jahre 1993 zeigt einen Teil des Marktplatzes und unmittelbar dahinter das Schmidt-Bräu-Gelände.
von Externer BeitragProfil

In Bayern und Tschechien allgegenwärtig und doch oft übersehen und geringgeschätzt sind die Spuren der Industriegeschichte. Der Frage, wie Industriedenkmäler nach dem Ende ihrer ursprünglichen Funktion mit neuem Leben gefüllt werden können, geht das Online-Symposium "Industriekultur: Kulturelle (Um)Nutzung von Industriedenkmälern" des Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) und der Kulturstadt Schwandorf am 29. April ab 10 Uhr nach. Gute Beispiele gibt es in den bayerischen und tschechischen Nachbarregionen bereits und auch zahlreiche grenzüberschreitende Verbindungen.

Der Impuls für das Symposium Industriekultur kam aus Schwandorf. "Schwandorf hat mit dem Schmidtbräu-Gelände eine Industriebrache in zentraler Lage. Da lag es nahe, das Projekt Kulturstadt Bayern-Böhmen zu nutzen, sich in den Nachbarregionen nach Anregungen für eine künftige Nutzung umzusehen", so die Zweite Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf, die das Symposium mit einem Grußwort eröffnet.

Spricht man in Bayern und Böhmen über Industriekultur, geht der Blick nicht selten donauabwärts nach Linz, wo Industrie, Kunst und Kultur eine einzigartige Symbiose bilden. In seiner Keynote teilt Professor Georg Steiner, Tourismusdirektor in Linz und ehemaliger Geschäftsführer des Tourismusverbands Ostbayern, seine Ideen mit den Teilnehmern des Symposiums. Zurück in die Oberpfalz holt die Teilnehmer dann Bezirksheimatpfleger Tobias Appl mit seinem Kurzvortrag.

Nachbarregionen im Blick

In der anschließenden Paneldiskussion richtet Moderatorin Julia Weigl-Wagner gemeinsam mit ihren Gästen Martin Kammerer (IHK), Wolfgang Dersch (Kulturreferent der Stadt Regensburg), Petr Michalec (Abteilung Kultur, Denkmalschutz und Tourismus des Bezirks Pilsen) und Tomás Raboch (tschechischer Repräsentant der Europäischen Route der Industriekultur ERIH) den Blick auf die bayerischen und tschechischen Nachbarregionen. "Uns interessieren die Chancen, die sich grenzüberschreitend aus dem Industriekulturerbe und der Zusammenarbeit ergeben", so CeBB-Leiterin Veronika Hofinger, die mit Programmkoordinator David Bender durch die Veranstaltung führt.

Kreativ und innovativ

Die Kultur- und Kreativzone DEPO2015 im ehemaligen Depot der Pilsener Verkehrsbetriebe, das Staatliche Porzellanmuseum Porzellanikon in Selb oder das Kulturzentrum in der ehemaligen Papiermühle in Písek in Südböhmen sind nur einige Beispiele, wie Industriebauten in öffentlich zugängliche Kulturorte umgewandelt werden können. Mit ihrem ganz eigenen Charme aus Funktionalität, Großzügigkeit und Ästhetik vergangener Zeiten bieten sie einen idealen Rahmen für Kreativität und Innovation im Kulturbetrieb. Im Symposium stellen Jiří Suchánek (DEPO), Anna Dziwetzki (Porzellanikon) und Adam Langer (Papiermühle) vor, wie die Umnutzung gelang.

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Schwandorf

In Diskussionen und zwei Workshops am Nachmittag sind die Teilnehmer gefragt. Tomás Raboch lädt die Teilnehmer unter dem Workshoptitel "Industriekultur ohne Grenzen" ein zu diskutieren, welche Potentiale und Ansatzpunkte für die regionale und grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu finden sind. Christina Lanzl (Oberpfälzer Künstlerhaus, Schwandorf-Fronberg) widmet ihren Workshop "Kunstorten in Industriedenkmälern" und lädt zu einer vertieften Diskussion guter Beispiele aus Bayern und Tschechien ein.

CeBB veranstaltet Workshops

Veranstalter ist das Centrum Bavaria Bohemia (Schönsee) in Zusammenarbeit mit der Kulturstadt Bayern-Böhmen Schwandorf. Das Symposium wird simultan gedolmetscht. Der Teilnahmelink ist auf www.bbkult.net zu finden. Anmeldungen zu den Workshops nimmt Ivana Danisch (ivana.danisch[at]cebb[dot]de; Telefon +49 9674/924 877 ) entgegen.

Das Online-Symposium Industriekultur ist ein Vorbote des grenzüberschreitenden Online-Festivals Woche der Nachbarn. Das Centrum Bavaria Bohemia und die Stadt Schwandorf laden vom 12. bis 15. Mai zu Kulturgenuss und Begegnung auf eine interaktive Event-Plattform ein. Nach der Eröffnung am 12. Mai um 15 Uhr dürfen sich die Besucher auf eine Zirkusvorstellung, Konzerte, Kultur- und Tourismustipps, Kunsthandwerk und Mitmachangebote aus den sechs Regionen Oberfranken, Karlsbad, Oberpfalz, Pilsen, Niederbayern und Südböhmen freuen.

Das Projekt Kulturstadt Bayern-Böhmen wird vom Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, dem Landkreis und der Stadt Schwandorf und der Kulturstiftung Bavaria Bohemia finanziert. Das Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee setzt das Projekt um und fungiert als zweisprachiges Kontakt- und Informationszentrum. Die CeBB-Website www.bbkult.net bietet umfassende Informationen zum kulturellen Leben an der bayerischen und tschechischen Grenze.

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