21.09.2021 - 15:45 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kämpferischer Auftritt der Linken in Schwandorf

"Ich finde es ganz schön, dass die CSU in Panik ist," meint Linke-Bundesvorsitzende Janine Wissler augenzwinkernd mit Blick auf Markus Söder, der vor einem "historischen Linksrutsch" warnte. Sie macht Wahlkampf in Schwandorf

Bundesvorsitzende Janine Wissler (Die Linke) war zu Gast in Schwandorf, hier flankiert von Linke-Direktkandidaten Manfred Preischl (Nittenau) und der früheren Linke-Landessprecherin Uschi Maxim (Schwandorf).
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

"Ich finde es ganz schön, dass die CSU in Panik ist," meint Linke-Bundesvorsitzende Janine Wissler (40) augenzwinkernd mit Blick auf Markus Söder, der vor einem "historischen Linksrutsch" warnt.

Der "absurden Angstkampagne" des bayerischen Ministerpräsidenten vor der Bundestagswahl setzte Wissler bei ihrem Auftritt in Schwandorf eigene, vor allem sozialpolitische Themen gegenüber. Die Genossen in der Großen Kreisstadt fanden daran soviel Gefallen, dass die rund 50-minütige Rede der Spitzenpolitikerin immer wieder von Applaus unterbrochen wurde.

Der erste Beifall galt schon der Tatsache, dass die Linke-Vorzeigefrau überhaupt den Weg nach Schwandorf eingeschlagen hatte, das nicht gerade als Hochburg der Sozialisten bekannt ist. Der Besuch hatte damit zu tun, dass sich Wissler gerade auf "Bayern-Tournee" befand, wie sie selbst sagte, und kurz vorher noch in Regensburg gewesen war.

Dass ihr Auftrittsort, das Gasthaus Schützenheim, an der Wackersdorfer Straße liegt, gab Anlass für einige historische Reminiszenzen, die sich mit dem Widerstand gegen die WAA Wackersdorf befassten. "Dass die WAA gestoppt wurde, ist das beste Beispiel dafür, dass sich Widerstand lohnt und es sich lohnt, zu kämpfen," machte sie der Schar ihrer Anhänger im gut gefüllten Schützenheim-Saal Mut.

Ein Ärgernis ist für die Linke, die sich durchaus eine rot-rot-grüne Bundesregierung vorstellen kann, "dass sich die SPD reflexhaft von links abgrenzt und sich Scholz so an den Lindner ranwanzt". Denn auf die FDP Linders sei "nur dann Verlass, wenn man sehr reich ist".

Auf ihrem Ritt durch die Kernthemen der Linken, die alle mit sozialer Gerechtigkeit zu tun haben, machte Wissler immer wieder den Gegensatz von reich und arm auf. Der habe sich auch während der Corona-Krise deutlich abgezeichnet: "Amazon und die großen Lebensmittelkonzerne haben sich dabei eine goldene Nase verdient, die Kassiererinnen werden hingegen abgespeist."

Wichtig für die Linken ist, dass der gesetzliche Mindestlohn auf 13 Euro pro Stunde erhöht wird. Davon würden 12 Millionen Menschen profitieren. Dass die Erhöhung des Hartz-IV-Satzes umgerechnet nur 10 Cent pro Tag betrage, sei eine "sozialpolitische Schweinerei", klagte sie. Für Wissler ist in diesem Bereich "auf die SPD kein Verlass". Ganz anders ihre eigene Partei: "Die Linke ist die Partei der sozialen Gerechtigkeit."

Abschließendes Thema bei dem Wahlkampfauftritt war das Afghanistan-Debakel der Nato. "Wir als Linke haben immer vor diesen Einsätzen gewarnt," erinnerte die Bundesvorsitzende an den Slogan ihrer Partei "Krieg schafft keinen Frieden". Mit den 12,5 Milliarden Euro, die der Einsatz gekostet habe, hätte man viel Anderes machen können, bedauerte Wissler. Ihr geht es gegen den Strich, "dass in diesem Land zwischenzeitlich friedenspolitische Positionen verächtlich gemacht werden".

Seinen Schwerpunkt sieht der Musiklehrer in der Kulturpolitik

Nittenau
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