24.11.2021 - 17:48 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Keine Verschnaufpause im Kampf gegen Corona

Die Corona-Lage bleibt im Landkreis Schwandorf äußerst angespannt, auch wenn die Inzidenz am Mittwoch leicht zurückging. Mittlerweile gibt es den 191. Todesfall zu beklagen.

von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Mit 152 Fällen vom Dienstag stieg die Gesamtzahl der Infektionen mit dem Coronavirus im Gebiet des Landkreises Schwandorf auf 12 543. Die Inzidenz ging am Mittwoch leicht auf 597,4 zurück (Dienstag: 620,3). "Da eine Vielzahl neuer Fälle abzuarbeiten ist, sind wir etwas im Rückstand. Heute wurden bislang deutlich mehr als 100 Fälle in die Meldesysteme eingepflegt", ergänzte dazu der Sprecher des Landratsamtes, Hans Prechtl, gegen 17.30 Uhr. Die Zahl der Verstorbenen erhöhte sich mit dem Tod einer 88-jährigen Frau, die zu Hause gelebt hatte, auf 191.

Auf seiner Homepage hat das Landratsamt unter dem Button Coronavirus zwei neue Abschnitte aufgenommen, und zwar „Information für positiv Getestete“ und „Information für Kontaktpersonen“. Viele Fragen, die die Behörde derzeit erreichen, können mit einem Blick in diese Hinweise beantwortet werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Amtes.

Ab Mittwoch, 24. November, gilt die 15. Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Sie gilt bis einschließlich Mittwoch, 15. Dezember. Für Ungeimpfte und Nichtgenesene gelten demnach Kontaktbeschränkungen. Es dürfen sich nur höchstens fünf Personen aus zwei Hausständen treffen. Für die Gastronomie gilt eine Sperrstunde zwischen 22 Uhr und 5 Uhr. Tanzen ist unzulässig, Musik nur als Hintergrundbeschallung. Für viele Bereiche wurde 2G plus eingeführt, das heißt: Geimpft oder genesen und zusätzlich getestet.

Immer wieder beklagen sich Bürger, dass sie Termine am Impfzentrum erst in ein paar Wochen oder aktuell gar nicht bekommen. Dazu das Landratsamt: "Wir stellen immer wieder Termine ins Impfportal ein - dies auch mit längerem Vorlauf. Sobald wieder neues Personal rekrutiert und eine weitere Schicht besetzt werden konnte, stehen auch wieder frühere Termine zur Auswahl. Ebenso können durch Terminabsagen frühere Termine frei werden. Mit dieser Situation sehen sich aktuell zahlreiche Impfzentren im Freistaat konfrontiert. Demzufolge kann es sein, dass Personen in den nächsten Tagen einen früheren Termin bekommen als bereits angemeldete Impfwillige." Personen, die bereits einen Termin in einer niedergelassenen Arztpraxis oder im Impfzentrum bekommen haben, sollten diesen auch unbedingt beibehalten und nicht nach Alternativen suchen, da dies erneut kostbare Ressourcen bindet und eine langfristige Planung unmöglich macht. "Wir appellieren an die Vernunft und Solidarität der Bürger", so Prechtl.

Auch weiterhin ist das Impfzentrum auf der Suche nach medizinischem Assistenzpersonal. Einige Bürger seien dem Aufruf schon gefolgt und haben sich im Landratsamt gemeldet, um im Kampf gegen die Pandemie aktiv zu helfen.

In den letzten sieben Tagen wurden im Impfzentrum in Nabburg 1550 Impfungen verabreicht, und zwar 350 Erst-, 350 Zweit- und 850 Booster-Impfungen. Die Hausärzte haben in demselben Zeitraum 4344 Mal geimpft, und zwar 529 Erst-, 341 Zweit- und 3.474 Booster-Impfungen. Zählt man die Erstimpfungen von Impfzentrum und Hausärzten zusammen (350 + 529), sind es 879 Personen, die sich in den letzten sieben Tagen erstmals zu einer Impfung bereiterklärt haben.

Das Rote Kreuz und die Johanniter Unfallhilfe haben in der vergangenen Woche 1924 Testungen und damit mehr als doppelt so viele wie in der Vorwoche (772) durchgeführt. 38 Schnelltests waren positiv, was einer Quote von 1,98 Prozent entspricht (Vorwoche 4,53 Prozent). Die Zahlen zeichnen deutlich den gestiegenen Bedarf an Testungen ab. Auch haben sich mittlerweile die Testgründe durch die sich ändernden Maßnahmen in Verbindung mit den nun wieder kostenlos möglichen Bürgertestungen verändert. Ein wesentlicher Teil des gestiegenen Bedarfes ist sicherlich auf die Testpflicht am Arbeitsplatz sowie die 2G+ Regelung zurückzuführen. Insbesondere am Freitag und Samstag kam es nach Ankündigung der kommenden Maßnahmen wie etwa der Schließung von Diskotheken und Clubs kurzfristig zu einem größeren Andrang an den Teststellen. Der gestiegene Anteil an „rein vorsorglichen“ Testungen schlägt sich in der „Positivquote“ nieder: Diese sinkt entsprechend auf 1,98 Prozent.

Der gestiegenen Nachfrage folgend wurden bereits in der laufenden Woche zahlreiche Zusatztermine angeboten. Ab Freitag, 26. November, nimmt zudem die Teststelle in Wackersdorf wieder den Betrieb auf. Dort wird künftig in einem Container vor der Sporthalle getestet. Grundsätzlich gilt: Wer einen Termin gebucht hat, kann zuverlässig davon ausgehen, getestet zu werden. Ohne Terminbuchung kann die Testung nur im Rahmen freier Kapazitäten erfolgen. Bei steigender Auslastung ist mit Wartezeiten zu rechnen.

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