Schwandorf
02.10.2018 - 16:40 Uhr

Kinderärzte ziehen Konsequenz

Bereitschaftsdienst ist Knochenarbeit. Auch für Kinderärzte. Weil deren Zahl im Landkreis Schwandorf von sieben auf fünf zurückgegangen ist, hat die Schwandorfer Kinderärzte-Dienstgruppe die Reißleine gezogen.

Den Bereitschaftsdienst der Kinderärzte für den Landkreis Schwandorf gibt es nicht mehr, die Mediziner sind jetzt in die Gruppe Amberg integriert. Bild: Hartl
Den Bereitschaftsdienst der Kinderärzte für den Landkreis Schwandorf gibt es nicht mehr, die Mediziner sind jetzt in die Gruppe Amberg integriert.

(td) Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns KVB wies darauf hin, dass fachärztliche Bereitschaftsdienste wie Augenärzte, Kinderärzte oder Gynäkologen im Gegensatz zum flächendeckend organisierten Allgemeinen Ärztlichen Bereitschaftsdienst gesetzlich nicht vorgeschrieben seien. Im Landkreis Schwandorf gab es diesen Service, den die Kinderärzte angeboten haben. Allerdings waren bis Ende September nur noch fünf Kinderärzte im Rahmen einer eigenständigen Dienstgruppe für den kinderärztlichen Bereitschaftsdienst organisiert. "Fachärztliche Dienstgruppen können, wenn sie weniger als sechs Mitglieder aufweisen, aufgelöst werden - falls sie aufgrund einer möglichen zu hohen Dienstbelastung der einzelnen Ärzte bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns einen entsprechenden Antrag stellen", informierte KVB-Pressesprecherin Birgit Grain. Dies war für die Gruppe Schwandorf der Fall.

Telefonnummer 116117

Die fünf Kinderärzte der ehemaligen Dienstgruppe Schwandorf wurden am 1. Oktober der benachbarten Dienstgruppe Amberg zugeordnet. "Es bleibt also in jedem Fall weiterhin ein kinderärztlicher Bereitschaftsdienst in dieser Region bestehen und es wird über die Telefonnummer 116117 den Patienten der jeweils nächstgelegene Kinderarzt vermittelt", so Grain. "Die Eltern müssen also nicht besorgt sein."

Obmann der kinderärztlichen Dienstgruppe im Raum Schwandorf war der Burglengenfelder Kinderarzt Dr. Bernd Aulinger. Auch er beruhigt. "Bereits für nächstes Wochenende haben wir einen Notdienst aus dem Boden gestampft", versichert er. Dann werde ein Kollege aus dem Raum Amberg die Bereitschaft übernehmen. "Weil wir die beiden Bereitschaftsdienst-Gruppen Schwandorf und Amberg zusammengefasst haben gibt es jetzt nicht nur fünf Praxen, die Notdienst tun, sondern 15."

Die Bereitschaft rotiere dann durch und es verringere sich die Belastung deutlich. "Wir haben den Dienstplan am Telefon abgesprochen, da ist fast alles in trockenen Tüchern", freute sich Aulinger. Ein Nachteil besteht natürlich trotzdem - der der Entfernung. "Jemand aus Sulzbach-Rosenberg hat Pech, wenn ich in Burglengenfeld Dienst habe", sagt er. Das gleiche gilt natürlich auch andersherum. Aulinger hat daher einen Wunsch. Er würde gerne im Amberger Krankenhaus St. Marien eine Bereitschaftspraxis einrichten. Das wäre dann eine zentrale Anlaufstelle. Dort könnten dann die Kinderärzte an den Wochenenden reihum Dienst tun. "Aber das umzusetzen braucht viel Zeit, das hätte ich mir nicht gedacht", wundert sich der Mediziner.

Von "ersten Gesprächen" zu so einer Praxis berichtet auch KVB-Pressesprecherin Birgit Grain. "Daher können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehen, ob und wann eine kinderärztliche Bereitschaftspraxis in Amberg installiert wird." Aulingers Hoffnung wiederum geht dahin, dass bis in zwei Jahren diese Praxis Wirklichkeit geworden ist.

Es bleibt in jedem Fall ein kinderärztlicher Bereitschaftsdienst in dieser Region bestehen.

Birgit Grain, Pressesprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung

 
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