02.09.2020 - 09:56 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kinderpornografie auf dem PC: Geldstrafe

Auf dem Computer des 37-Jährigen finden Ermittler drei kinderpornografische Fotos. Mit der Geldstrafe im Strafbefehl ist der Mann aber nicht einverstanden – und legt Einspruch ein.

Weil er drei Fotos mit kinderpornografischem Inhalt auf seinem PC hatte, wurde ein 37-Jähriger zu einer Geldstrafe verurteilt.
von Autor HWOProfil

Die Richterin redete lange und ausführlich mit dem Mann. Dabei sagte sie: "Wenn wir verhandeln, kann es eigentlich nur noch teurer werden als im Strafbefehl." Es ging um kinderpornografische Bilder, die Polizeibeamte auf einem Computer fanden, als sie die Wohnung des 37-Jährigen durchsucht hatten.

1600 Euro Strafe

Im Juni 2019 erschienen Uniformierte bei dem Frührentner und sahen sich in dessen Räumen um. Dabei stellten sie einen PC und zwei Handys sicher. Die Geräte wurden anschließend ausgewertet. Mit dem Ergebnis von drei gespeicherten Fotos, die unbekleidete Mädchen im Alter von geschätzt zehn Jahren zeigten. Daraufhin begann ein Strafverfahren gegen den Mann aus dem Landkreis Schwandorf, das die Staatsanwaltschaft mit einem richterlich unterzeichneten Strafbefehl in Höhe von 80 Tagessätzen zu je 20 Euro (1600 Euro) ahndete.

Mehr Gerichtsprozesse aus der Region auf unserer Themenseite

Der 37-Jährige legte Einspruch ein und zog vor das Amtsgericht. Dort versicherte er nun der Richterin Bücherl: "Die Fotos hat mir jemand geschickt. Aber ich habe sie nie angeschaut." Das aber mochte ihm die Vorsitzende nicht abnehmen.

Strafe an der unteren Grenze

"Die Bilder waren auf dem Computer vorhanden", entgegnete sie und fügte hinzu, man könne jetzt durchaus einen IT-Sachverständigen mit einem Gutachten beauftragen und ihn herausfinden lassen, "wie oft die Aufnahmen angeschaut wurden". Das, fuhr die Richterin fort, werde Geld kosten und am ohnehin "an der unteren Grenze angesetzten Strafbefehl nichts ändern."

Zunächst mochte der 37-Jährige nicht klein beigeben. "Ich hatte keine Ahnung von den Fotos, sonst hätte ich sie doch gelöscht", warf er in die Debatte. Doch Richterin Bücherl und Staatsanwältin Jasmin Hertel blieben bei ihren Rat: "Die Bilder waren vorhanden. Und das zählt in diesem Fall". Zudem habe es in der Vergangenheit auch schon ähnliche Ermittlungen gegeben. Daraufhin akzeptierte der Frührentner die im Strafbefehl stehende Ahndung in Höhe von 1600 Euro.

Computer eingezogen

Der Prozess aber war damit noch nicht beendet. "Was ist mit meinen Handys und dem Computer?", wollte der Beschuldigte wissen. Hier war die Rechtslage eindeutig: "Beide Telefone kriegen Sie wieder, den PC nicht." Das Gerät, auf dem sich die Kinderpornografie befand, werde von der Justiz eingezogen, hörte er.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.