26.05.2019 - 22:46 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Klare Verhältnisse

Freude und Entspannung bei den einen, Entsetzen bei den anderen: Naturgemäß sorgt das Wahlergebnis zu unterschiedlichen Einschätzungen unter den Abgeordneten und Kreisvorsitzenden. Nur bei einem Thema sind sich alle einig.

MdL Alexander Flierl, Kreisvorsitzender CSU Schwandorf. Bild: Götz
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Wir sind mit Abstand stärkste Kraft im Landkreis und auch stärkste Kraft in allen 33 Gemeinden", zieht der Kreisvorsitzende der CSU, Alexander Flierl, eine erste Bilanz angesichts der 47,7 Prozent für seine Partei. "Wir haben unser Ergebnis gegenüber der letzten Europawahl weitgehend gehalten". Das Ergebnis sei dem guten Wahlkampf geschuldet, sagte der Landtagsabgeordnete, "wir haben auf Köpfe gesetzt mit unserem Kandidaten aus der Oberpfalz, der das Thema Europa zu den Menschen gebracht hat." Er zeigte sich erfreut, dass die CSU gegenüber den Landtagswahlen (39,9 Prozent) wieder deutlich zugelegt hat. Die hohe Wahlbeteiligung sei erfreulich. Er sieht nun die Aufgabe, die AfD - die neue zweite Kraft im Landkreis - politisch zu stellen: "Außer Plakaten hat man von denen bislang nichts gesehen."

"Das ist sehr, sehr bitter. Ein ganz schlimmes Ergebnis", blickt der Kreisvorsitzende der SPD, Peter Wein, auf die Ergebnisse im Landkreis. "Der Bundes- und Landestrend schlägt sich leider auch auf den Landkreis nieder". Die Ursache dieses Absturzes der Sozialdemokratie sei sicher nicht in der Politik im Landkreis zu suchen. Mit Ismael Ertug habe die Partei einen guten Kandidaten gehabt, der Wahlkampf sei engagiert geführt worden. Die SPD sei insgesamt "sehr schwach unterwegs". Das lässt sich an den Zahlen festmachen: Mit 9,9 Prozent hat die SPD gegenüber der zurückliegenden Europawahl rund 11 Prozentpunkte verloren. Die Wahlbeteiligung nannte Wein dennoch erfreulich.

Mit einem Zugewinn von 4,3 Prozentpunkten auf 9,6 Prozent ist Bündnis90/Die Grünen einer der beiden Wahlsieger. "Das ist ein tolles Ergebnis", sagt Kreissprecherin Elisabeth Bauer, "ein toller Zugewinn". Auch wenn der Zugewinn nicht so groß wie im Bund sei. Die hohe Wahlbeteiligung zeigt für Bauer, "dass die Bürger den Ernst der Lage erkannt haben" und auch "die Europawahl von Bedeutung ist". Die Wähler hätten sich mit großer Mehrheit "für Europa entschieden", sagte Bauer. Sie äußerte die Hoffnung, dass die Grünen den Schwung dieses Ergebnisses in den Kommunalwahlkampf mitnehmen können.

"Wenn es um etwas geht, kann man die Leute auch zur Wahl motivieren," sagte Joachim Hanisch (Freie Wähler). Der Landtagsabgeordnete zeigte sich von der gestiegenen Wahlbeteiligung erfreut. "Die Freien Wählen haben sich auf Bundes- und Landesebene leicht verbessert", zog er Bilanz, "vielleicht können wir drei Abgeordnete ins Parlament schicken." Besorgt zeigte sich Hanisch "über die rechte Tendenz" im Landkreis", die über dem Landesdurchschnitt liegt. "Die demokratischen Parteien müssen versuchen, das zu ändern", sagte Hanisch.

Alfred Damm, Kreisvorsitzender der ÖDP, hätte sich nach dem Erfolg des Artenschutz-Volksbegehrens ein besseres Ergebnis für seine Partei erhofft. Gegenüber der Landtagswahl 2017 konnte die ÖDP im Landkreis etwa 0,4 Prozentpunkte zulegen.

Wir sind mit Abstand stärkste Kraft im Landkreis

MdL Alexander Flierl, CSU-Kreisvorsitzender

MdL Alexander Flierl, CSU-Kreisvorsitzender

Die FW haben sich auf Landesebene leicht verbessert.

MdL Joachim Hanisch, Freie Wähler

MdL Joachim Hanisch, Freie Wähler

Das ist ein tolles Ergebnis.

 Elisabeth Bauer, Kreisvorsitzende Bündnis90/Die Grünen

Elisabeth Bauer, Kreisvorsitzende Bündnis90/Die Grünen

Das ist sehr, sehr bitter. Ein ganz schlimmes Ergebnis.

Peter Wein, Kreisvorsitzender der SPD

Peter Wein, Kreisvorsitzender der SPD

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