Schwandorf
19.10.2018 - 10:51 Uhr

Konzept für Gschossmann-Gelände in Arbeit

Auf dem Gelände, auf dem Gschossmann bis Ende 2016 unter dem Namen Okis Konserven herstellte, stehen seit einiger Zeit Audis. Die Dächer der Fabrikhallen produzieren Ökostrom. Doch das ist noch nicht alles, verspricht Josef Scheuerlein.

Vorerst wird auf den Dächern früheren Konservenfabrik Gschossmann Strom erzeugt. Später wird daraus der "Okis-Gewerbepark Schwandorf". Bild: ihl
Vorerst wird auf den Dächern früheren Konservenfabrik Gschossmann Strom erzeugt. Später wird daraus der "Okis-Gewerbepark Schwandorf".

Die Fortes GmbH aus Röttenbach im Landkreis Roth hat das 10 000 Quadratmeter große Areal 2017 gekauft. Hinter der Gesellschaft stecken Dr. Josef Scheuerlein und seine drei Söhne. Die Familie - Ärzte, Apotheker und Josef Scheuerlein junior als Psychologe - ist im Gesundheitsbereich tätig und will das auch bleiben. Die Investition in Schwandorf-Ettmannsdorf ist ein zweites Standbein, das ihnen viel Freude bereitet.

Eine erste Nachfolgenutzung finden die neuen Eigentümer mit dem "Autokaufhaus Schlamminger" aus Regensburg schnell. Schlamminger gibt den Gschossmann-Standort nicht auf, auch wenn in Schwandorf nun ein weiterer entsteht, erklärt ein Firmensprecher auf Nachfrage. Die derzeitige Renovierungstätigkeit bei Okis, erklärt Josef Scheuerlein junior, "hängt mit der Photovoltaik-Anlage zusammen, wobei auch das Dach teilweise ausgebessert wurde". Die bisher installierten Module liefern 450 Kilowatt, weitere mit 550 Kilowatt Leistung werden nächstes Jahr folgen. Investiert wurden heuer 500 000 Euro. Dieselbe Summe wird nächstes Jahr noch einmal verbaut.

So froh Scheuerlein über die Vermietung der Fabrikflächen als Auto-Abstellplatz ist, eine Dauerlösung soll es nicht sein. Die vier Gesellschafter der Fortes arbeiten an einem Konzept, wobei sie nichts übereilen werden. "Wir wollen lieber mehr Zeit reinstecken und es gut machen." Das Konzept ist nach den Worten des Gesellschafters im Einklang mit der Stadt in Arbeit. Drei bis fünf Jahre sind ein Zeitfenster, das er dafür anpeilt. Indes zeigt sich bereits jetzt, wohin die Reise geht. "Okis-Gewerbepark Schwandorf" steht in Metalllettern über dem Haupttor. Derzeit noch verdeckt von einem Gerüst. "Uns ist es wichtig, dass der alte Name erhalten bleibt, denn er hat einen gewissen Bekanntheitsgrad", sagt dazu Josef Scheuerlein. Die Scheuerleins, die sich nicht als anonymer Investor verstanden wissen wollen und auch selbst mal Hand in Ettmannsdorf anlegen, denken an mittelständische Unternehmen und Kleingewerbe als Mieter. Sie wollen auch bedarfsgerecht umbauen. Etwa zehn Firmen könnten bei Okis einziehen.

"Geübt" und Erfahrungen gesammelt haben sie bereits mit einem Erbe. Psychologe Josef Scheuerlein schildert, wie es dazu kam: Ein von seinem Urgroßvater gegründetes Textilunternehmen ging 2001 in Insolvenz. Apotheker Dr. Josef Scheuerlein kaufte die Gebäude für seine drei Söhne und gründete mit ihnen die HMS Scheuerlein GdbR, Heute sind dort unter anderem eine Druckerei mit Kuvertierbetrieb, ein Anlagenbau und eine Im- und Exportfirma für Textilien untergebracht. Ähnliches haben sie in Schwandorf vor. Auf die Immobilie wurden sie über Richard Scheuerlein aufmerksam. Der Onkel von Josef Scheuerlein junior hat die Okis-Halle in der Nähe des ehemaligen Bayernwerk-Geländes gekauft. Zum Fortes Besitz in Ettmannsdorf gehört nicht nur die eigentliche Fabrik, sondern auch ein Mehrfamilienhaus. Bis auf eine Wohnung für die Arbeiter an der Photovoltaik-Anlage ist alles vermietet. Auch diese Wohnung soll im nächsten Jahr dauerhaft bezogen werden.

Vorerst wird auf den Dächern früheren Konservenfabrik Gschossmann Strom erzeugt. Später wird daraus der "Okis-Gewerbepark Schwandorf". Bild: ihl
Vorerst wird auf den Dächern früheren Konservenfabrik Gschossmann Strom erzeugt. Später wird daraus der "Okis-Gewerbepark Schwandorf".
Das "Autokaufhaus Schlamminger" nutzt das Gelände als Parkplatz für Audis. Bild: ihl
Das "Autokaufhaus Schlamminger" nutzt das Gelände als Parkplatz für Audis.
Das Wohnhaus neben dem Fabrikareal ist bis auf eine Wohnung dauerhaft vermietet. Bild: ihl
Das Wohnhaus neben dem Fabrikareal ist bis auf eine Wohnung dauerhaft vermietet.

Uns ist es wichtig, dass der alte Name erhalten bleibt, denn er hat einen gewissen Bekanntheitsgrad.

Josef Scheuerlein

 
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