Schwandorf
27.03.2019 - 15:30 Uhr

Kreis Schwandorf: Viele Bürgermeister zögern noch

Wer tritt wieder an, wer hört auf? Diese Frage lassen viele Bürgermeister im Landkreis knapp ein Jahr vor der Kommunalwahl noch offen.

In 30 von 33 Gemeinden des Landkreises Schwandorf wird im kommenden Jahr eine Bürgermeisterin oder ein Bürgermeister gewählt. Zumindest vier Kommunen werden auf jeden Fall ein neues Gemeindeoberhaupt bekommen. Gemeinderäte werden überall gewählt Bild: dnt_red
In 30 von 33 Gemeinden des Landkreises Schwandorf wird im kommenden Jahr eine Bürgermeisterin oder ein Bürgermeister gewählt. Zumindest vier Kommunen werden auf jeden Fall ein neues Gemeindeoberhaupt bekommen. Gemeinderäte werden überall gewählt

"Ich bin gerne OB und will es auch bleiben",stellte Schwandorfs Stadtoberhaupt Andreas Feller vor einigen Tagen klar. Die CSU will ihn im Mai auf den Schild heben. So sicher wie Feller sind sich längst nicht alle Rathauschefs im Landkreis. Vier treten definitiv nicht mehr an. Ein Paukenschlag war am Wochenende die Ankündigung von Birgit Höcherl (CSU, Schönsee), nicht mehr anzutreten. Sie führte private und familiäre Gründe ins Feld.

Manfred Rodde (CSU) gibt den Chefsessel im Schwarzenfelder Rathaus ebenfalls auf. "Es sind noch viele Aufgaben da, aber irgendwann muss man aufhören", sagte Rodde den Oberpfalz-Medien. Er wird im November 65 Jahre alt - das hätte bislang ohnehin das altersmäßige "Aus" für einen hauptamtlichen Bürgermeister bedeutet. Ab der Wahl 2020 ist diese Grenze verschoben: Die Kandidaten müssen am Wahltag jünger als 67 Jahre sein.

Nicht während Amtszeit

Auch Oberviechtach wird ab Mai 2020 ein neues Stadtoberhaupt haben. Heinz Weigl gab Ende 2018 bekannt, dass er aufhört: "Zum Ende der Wahlperiode im April 2020 bin ich fast 63 Jahre und wenn ich nochmal antrete und gewählt werde, bin ich nach weiteren sechs Jahren dann 69". Es komme für ihn nicht infrage, mitten in der Amtszeit aufzuhören. Dr. Susanne Plank (Maxhütte-Haidhof) schuf bereits im September 2018 Klarheit über ihre Zukunft: Sie werde nicht mehr antreten, kündigte die CSU-Politikern an.

Schwierig vereinbar

"Ich habe mich noch nicht entschieden," sagte Nabburgs Bürgermeister Armin Schärtl, der seit 2008 Bürgermeister ist. Einige große Projekte seien noch nicht erledigt. Unentschlossen sind auch seine Amtskollegen in der Verwaltungsgemeinschaft. Georg Köppl (CSU, Altendorf) meinte: "Es ist noch eine Zeit hin." Erst "im Laufe des Sommers" will sich Hans Wilhelm (CSU, Guteneck) entscheiden.

Der 69-Jährige ist der älteste Bürgermeister im Landkreis. "Es kommt drauf an, wer zur Verfügung steht", sagt der Trausnitzer Amtsinhaber Martin Schwandner (FWG), auch mit Blick auf den Gemeinderat. Ausschließen will er eine Kandidatur nicht: "Ich mach's gern". In Gleiritsch ist ebenfalls noch keine Entscheidung gefallen. "Die Entscheidung treffe ich im Spätsommer", gab Bürgermeister Hubert Zwack (CSU) zu verstehen.

"Mir macht dieses Amt sehr viel Freude, doch die Vereinbarkeit mit meinem Beruf ist alles andere,, nur nicht leicht", lässt der Schwarzacher Bürgermeister Hans Gradl (Freie Wählergemeinschaft Altfalter, Weiding, Richt) seine Entscheidung noch offen. Er ist erst seit 2016 im Amt, als Nachfolger des verstorbenen Alois Böhm. Ebenfalls ehrenamtlicher Bürgermeister ist Hans Prechtl (CSU) in Stulln. Der Pressesprecher des Landratsamts will sich mit Partei und Fraktion besprechen, ehe er eine Entscheidung trifft.

Walter Schauer (Thanstein) lässt sich mit seiner Entscheidung ebenfalls noch Zeit. Gleiches gilt für den Bürgermeister von Neukirchen-Balbini, Markus Dauch (FWG). "Das entscheide ich Mitte des Jahres", sagte er. Ebenfalls noch nicht endgültig äußern wollte sich Sonja Meier (CSU). Die Bürgermeisterin von Winklarn will sich mit ihrer Partei besprechen. "Es geht nicht ohne meine Leute im Rücken," sagte Meier. Johann Graßl (CSU) hat das Bürgermeisteramt in Dieterskirchen seit 1996 inne. Für eine Stellungnahme war er nicht erreichbar, er ist im Krankenstand.

Klares "Ja"

Der Pfreimder Bürgermeister Richard Tischler (FW) will es auf jeden Fall noch einmal wissen: "Ja, ich will weitermachen." Gleiches gilt für Maximilian Beer in Schwarzhofen. "Ich freu mich drauf. Das Amt macht Spaß," sagte der CSU-Bürgermeister. Er war bei seinem Dienstantritt einer der jüngsten, nun ist er einer die dienstältesten Rathaus-Chefs im Landkreis. "Es läuft ganz gut", begründet Martin Birner (CSU) seine erneute Kandidatur. "Das ist auch mit der Partei abgesprochen", sagte er. Auch der einzige ÖDP-Bürgermeister im Kreis will weitermachen. Martin Prey eroberte 2014 den Chefsessel in Niedermurach. In Stadlern will sich Amtsinhaber Gerald Reiter (Für den Aufbau der Gemeinde) nochmal zur Wahl stellen: "Es war von vorneherein klar, dass ich es zwei Perioden machen will." Seit 2008 ist Norbert Eckl (CSU) Bürgermeister in Teunz. "Ich trete wieder an", ist sein klares Statement.

"Wenn ich das wüsste"

"Ehrenamtlich hauptamtlich" führt Josef Deichl (Gemeindewohl Schmidgaden) seine Gemeinde. Er hat sich von seinem Arbeitgeber beurlauben lassen. "Ich trete wieder an," kündigte er an. Seit dreieinhalb Jahren ist Christian Ziegler (Wählergemeinschaft Wolfring) Bürgermeister in Fensterbach und will es bleiben: "Ich werde 2020 bei den Kommunalwahlen wieder als Kandidat antreten", erklärte er gegenüber der Redaktion.

Der Steinberger Bürgermeister Harald Bemmerl (SPD) ist seit 2014 im Amt. Er lässt eine Kandidatur noch offen. Seit 2002 ist Karl Bley (SPD) Bürgermeister in Nittenau. "Wenn ich das wüsste", antwortet er auf die Frage nach der erneuten Kandidatur. Er will sich im Sommer entscheiden. Hans Frankl (FW) ist im Markt Bruck seit Oktober 2008 im Amt. Er folgte auf Joachim Hanisch (FW), der in den Landtag gewählt worden war. Auch Frankl hat sich noch nicht entschieden. Thomas Gesche, Amtskollege in Burglengenfeld, warf dagegen bereits im Januar seinen Hut in den Ring. Maria Steger (CSU, Teublitz) will im Sommer ihre Entscheidung bekanntgeben.

Entspannt zurücklehnen

Drei Bürgermeister können sich am 15. März 2020 entspannt zurücklehnen. Georg Hoffmann (CSU) hat in Bodenwöhr erst am 10. Februar den Chefsessel im Rathaus erobert. Er amtiert nach einer besonderen gesetzlichen Regelung bis 2026. Bis 2023 dauern die Amtszeiten von Thomas Falter (CSU) in Wackersdorf und Konrad Kiener (CSU) in Wernberg-Köblitz. Sie sind seit 2017 im Amt.

Urwahl in Weiding?:

Feste Termine

Der Termin steht fest: Am 15. März werden in 30 Städten, Märkten und Gemeinden im Landkreis die Bürgermeister gewählt. Und noch ein Datum steht: Bis zum 23. Januar 2020 müssen die Kandidaten feststehen. Gibt’s bis dahin noch keinen oder nur einen, läuft eine verlängerte Frist bis zum 30. Januar um 18 Uhr. Sollte dann immer noch kein Kandidat für das Bürgermeisteramt aufgestellt sein, folgt eine Urwahl. Das dürfte in Weiding wieder der Fall sein. „Der Bürgermeister von Weiding wird nicht kandidieren“, sagte Manfred Dirscherl (parteilos). „Wahrscheinlich wird es wieder eine Urwahl geben“, sagte Dirscherl.(ch)

 
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