26.08.2018 - 13:16 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kritisch für die Fische

"Für die Wasserstände in den regionalen Flüssen, ist der Sommer 2018 durchaus ein Ausnahmesommer." So beschreibt Dr. Hans Weiß die Situation der aktuellen Niedrigwasserstände in den heimischen Flüssen und Bächen.

Unter der Naabbrücke in Nabburg: Die Felsbrocken sind normalerweise vom Flusswasser bedeckt.

(pjom) Im Vergleich zu vergangenen Jahren tragen die Flüsse im Schnitt noch weniger Wasser - teilweise seien kleinere Flüsse sogar schon ausgetrocknet, erklärt Fachmann Weiß. Trotzdem sieht er die Beschaffenheit der Pegel noch nicht als dramatisch, denn mittlerweile seien zumindest die Nachttemperaturen wieder kühler geworden.

Werte im Netz

Das Bayerische Landesamt für Umwelt veröffentlicht mit dem "Niedrigwasserinformationsdienst" regelmäßig aktuelle Messwerte im Internet. Zu sehen ist dort eine Karte, auf der die einzelnen Messstellen des Niedrigwasserabflusses in ganz Bayern verzeichnet sind. Der Niedrigwasserabfluss bezeichnet das Wasservolumen in Kubikmetern, welches innerhalb einer Sekunde einen bestimmten Querschnittspunkt passiert. Jede Messstelle wird hinsichtlich des Ergebnisses klassifiziert von keinem Niedrigwasser, über niedrig und sehr niedrig bis hin zur Kategorie "neuer Niedrigstwert". Um die Situation sofort erkenntlich zu machen sind diese einzelnen Kategorien markiert mit Farben von Grün über Gelb und Dunkelgelb bis hin zu Rot.

Für den Kartenausschnitt rund um die Region Schwandorf erkennt man deutlich ein Netz aus dunkelgelben Punkten - der Niedrigwasserabfluss ist überall betitelt mit der Kategorie "sehr niedrig".

Bedrohung für Lebensraum

Besonders kritisch ist die Situation laut Weiß für die Fische, die ebenso wie wir Menschen Sauerstoff zum Überleben benötigen. Während der Mensch den Sauerstoff über die Luft mit Hilfe seiner Lunge aufnimmt, zieht sich ein Fisch den Sauerstoff mit seinen Kiemen aus dem Gewässer, in dem er sich befindet. Grundsätzlich ist der Sauerstoffgehalt im Wasser schon wesentlich geringer als in der Luft, jedoch nimmt er noch mehr ab, je niedriger der Wasserstand ist. Das liegt daran, dass sich geringere Wassermengen schneller aufwärmen, und je wärmer ein Gewässer, desto weniger Sauerstoff ist enthalten. Das Niedrigwasser in den Flüssen stellt also eine Bedrohung des Lebensraums für heimische Fische dar.

"Für eine langfristige Veränderung der Situation und eine Abwendung der Bedrohung bräuchte es Niederschlag, der am besten mehrere Tage anhält und gleichmäßig über den ganzen Tag wirkt," erläutert Weiß, "mit einem einfachen Nieselregen oder einem Schauer ist es da aktuell nicht mehr getan".

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.