24.02.2020 - 14:41 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kugel hilft Kellern noch nicht

Umzug, neue Leitung, neue Konzepte: Es tut sich einiges in den Kultureinrichtungen der Stadt. Die Bilanz für 2019 im zuständigen Ausschuss fällt positiv aus. Der nächste Höhepunkt steht bereits an.

Das Bürgerfest 2019 hatte zwar mit etwas Regen zu kämpfen, war aber dennoch ein Erfolg, bilanzierte der Kulturausschuss.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Auch wenn's teilweise regnete: Das Bürgerfest war im vergangenen Jahr mit Blick auf die Besucherzahlen der Höhepunkt im Kulturprogramm. Die Leiterin des Kulturamts, Susanne Lehnfeld, hob das Engagement der Vereine hervor. "Wir wissen das zu schätzen". Der Stadtpark als "Ausweichort" für den Wendelinplatz habe sich bewährt, fügte SPD-Sprecherin Sandra Gierl bei der Sitzung des Kulturausschusses am Donnerstag im Rathaus an. Die leitete OB Andreas Feller in ungewohntem Outfit: Mit Narrenkappe und gekappter Krawatte. Seinem Lob für die Organisatoren tat dies keinen Abbruch. Gut 92000 Euro an Defizit blieben nach dem Fest in der Stadtkasse hängen, Bauhofleistungen wurden mit gut 70000 Euro verrechnet. Das sei das Fest allemal wert, war sich der Ausschuss einig.

Der Jugendtreff hat ein aufreibendes Jahr hinter sich. "Das anstrengendste seit unserer Gründung", sagte Leiterin Susanne Grießhammer. Nach dem Schimmelbefall im Gebäude an der Krondorfer Straße war der offene Betrieb zunächst nicht möglich. Aktionen des Ferienprogramms wurden kurzerhand ins Künstlerhaus verlegt. Nach einer Odyssee durch die ehemalige Sparkasse in Fronberg und das Rathaus fand das Jugendtreff-Team schließlich eine neue Bleibe im ehemaligen Bio-Markt am Kolpingplatz. Die Räume hatte OB Feller ins Spiel gebracht, eine Lösung mit dem Eigentümer wurde gefunden. Am 1. Oktober öffnete der Treff dort schließlich wieder und erfreut sich laut Grießhammer "großer Beliebtheit".

Seit 1. Dezember ist das Stadtmuseum geschlossen. Bis dahin zählte Leiterin Eva Maria Keil knapp 2900 Gäste, die Museums-Aktiv-Werkstatt wurde fleißig genutzt. Publikumsmagnet war die "Schwarzach"-Fotoausstellung von Joseph Merkl. Seit der Schließung konzentriert sich das Museumsteam auf die Vorbereitungen für die Neugestaltung des Hauses, das barrierefrei ausgebaut wird. Die Dauerausstellung wird neu konzipiert. "Arbeiten im Bestand", nannte das Keil. Aktuell sind schon einige Räume leergeräumt, der Bestand kontrolliert und gesichert. "Einige Stücke gingen zum Restaurator", sagte Keil.

Für "Mister Felsenkeller" Werner Robold war es die letzte Ausschusssitzung, er geht in Ruhestand. Die Felsenkeller haben sich unter seiner Leitung zu einem Magneten entwickelt. Gut 16000 Besucher bei Führungen und Konzerten pro Jahr: Das kann sich mehr als sehen lassen. In diesem Jahr erwartet Robold den insgesamt 250000. Besucher in den Kellern. Die Einweihung der Holzkugel indes habe noch zu keinen erkennbaren Besucher-Effekten geführt, so Robold. Der Appell an seine Nachfolger: Das Niveau der Konzerte im Kultur-Keller müsse erhalten bleiben. Die Qualität sei ein Markenzeichen.

Da tritt Johannes Lohrer und sein Team im Tourismusbüro durchaus in große Fußstapfen. Sie werden die Aufgabe übernehmen. Die Stadtführungen sind etabliert, 3400 Gäste nahmen das Angebot wahr. Lohrer verwies auf einen "erheblichen Anstieg an Tagesgästen", seit die Kugel am Steinberger See eröffnet hat.

Premiere im Ausschuss hatte Christina Lanzl. Die neue Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses berichtete von rund 9500 Gästen. Neben den Ausstellungen und Konzerten zog natürlich das Marionettentheater wieder viele Zuschauer an. Die Kursangebote in den druckgrafischen Werkstätten werden laut Lanzl gut angenommen. "Ich danke für das herzliche Willkommen", sagte die neue Leiterin, sie empfinde eine "tolle Arbeitsatmosphäre" unter den Kultur-Einrichtungen der Stadt.

Dazu zählt auch die Volkshochschule. "Jeden Tag finden ungefähr 20 Angebote statt", rief Vorsitzender Franz-Xaver Huber in Erinnerung. Auch bei der VHS stehen Änderungen an. Geschäftsführer Erhard Sailer geht im Sommer in den Ruhestand. Er verwies im Ausschuss auf die Kooperationen mit Schulen, Pflegediensten oder Vereinen. Diese Zusammenarbeit mache mögliche Konkurrenten zu Partnern. Mit der neu gegründeten Volkshochschule Landkreis Schwandorf laufe die Zusammenarbeit gut.

Die Stadtbibliothek bilanziert über 197000 Ausleihungen, bei knapp 3400 aktiven Nutzern. Das Ergebnis trug Susanne Lehnfeld für die entschuldigte Leiterin Lea Flachsmann vor. Bei 26 Veranstaltungen zählte die Bibliothek 500 Besucher.

Im Kulturamt laufen die Vorbereitungen für zwei Großereignisse in diesem Jahr: Schwandorf ist "Kulturstadt Bayern-Böhmen", außerdem Ausrichter des "Kulturfests der Oberpfälzer" (früher Nordgautag). Rund 50 Veranstaltungen rund um das Thema "Kulturstadt" seien vorgesehen, sagte Lehnfeld.

Die Vertreter der Stadtratsfraktionen fanden uneingeschränktes Lob für die kulturelle Arbeit in der Stadt. OB Andreas Feller schloss sich an und nannte das Programm einen wichtigen, weichen Standortfaktor, der immer mehr an Bedeutung gewinne.

Bilder vom Bürgerfest

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