25.09.2018 - 16:39 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kulturarbeit im Ehrenamt steht hoch im Kurs

Eine Felsenkeller- und Blasturmführung bekommt Kultusminister Bernd Sibler. Er spricht auch mit Vertretern von Musik, Theater und Brauchtumspflege.

Felsenkellerbeauftragter Werner Robold (Zweiter von links) führte Kultusminister Bernd Sibler (Zweiter von rechts) durch das historische Labyrinth. Mit im Bild die Organisatoren Alexander Flierl und Martina Englhardt (vonn rechts).
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Für Kultusminister Bernd Sibler (CSU) war es ein angenehmer Termin. Die Gesprächsteilnehmer "bombardierten" ihn nicht mit Wünschen, Anträgen und Kritik, sondern zeigten ihm auf, welche ehrenamtliche Kulturarbeit in der Stadt und im Landkreis geleistet wird.

Gästeführer Josef Vitzthum stimmte am Sonntagabend auf dem Tanzboden vor dem Pfleghof gerade das hohe Lied auf die Kulturarbeit der Stadt an, als Sturm und Regen über die Kulturschaffenden hereinbrachen. Sie "flüchteten" in den Felsenkeller und suchten Schutz in Bayerns größtem Labyrinth. Dort übernahm Felsenkellerbeauftragter Werner Robold die Führung und erläuterte die ursprüngliche Funktion als Lagerstätte und erzählte dem Minister die überlieferten Geschichten von den Kellerdieben. Das Ensemble mit sieben Kellersystemen besteht aus 60 Räumen und Gängen. Sie dienten abwechselnd als Kühlräume, Luftschutzkeller und unterirdische Müllhalden, bis sich die Stadt vor einigen Jahren zur Räumung und Restaurierung entschloss. Seitdem sind die historischen Felsenkeller eine touristische Attraktion.

MdL Alexander Flierl und die stellvertretende Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf (beide CSU) hatten die Idee zu diesem kulturellen Austausch und luden Vertreter der Musik, des Theaters, des Volkstanzes und der Brauchtumspflege dazu ein. Vom Felsenkeller aus ging es zum Blasturm. Dort erinnerte Gästeführer Hans Hermann an die Aufgabe des Türmers, der ein Auge auf die Stadt werfen und die Bürger bei Gefahr warnen musste. Der Türmer war auch gleichzeitig für die musikalische Ausbildung zuständig. Von der musikalischen Erziehung profitierte auch Konrad Max Kunz, der Komponist der Bayernhymne, der im Türmerhaus geboren wurde, das am Samstag nach jahrelanger Sanierung eingeweiht wurde. Dort hieß der OWV-Vorsitzende, Erwin Mayer, die Delegation willkommen.

Zur Abschlussbesprechung versammelten sich die Teilnehmer im Stadtmuseum. Dort hatten die Kreisheimatpfleger, die Vertreter der Festspielvereine und die Kulturschaffenden aus dem Bereich der Musik Gelegenheit, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Der Vorsitzende der "Oberpfälzer Volksmusikfreunde", Alfred Merl, vertritt über 2000 Mitglieder und freute sich über das zunehmende Interesse an bodenständiger Volksmusik gerade bei jungen Menschen. Der Zulauf der Kirwavereine sei ein Indiz dafür. Die "Hilferufe" einiger Teilnehmer waren weniger an den Minister, sondern vielmehr an die Stadt gerichtet. Die Vertreterin der Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung, Christina Fink-Rester, ist auf der Suche nach einer Bleibe für die Musikschule, die provisorisch im "Haus des Guten Hirten" untergebracht ist. Sie erwartet von der Stadt ein Angebot und hofft, dass aus der KMK-Einrichtung einmal "eine Städtische Musikschule" wird.

Auch die VHS-Jugendblaskapelle ist auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Die Räume an der Fronberger Grundschule werden für die Ganztagesbetreuung gebraucht. Der Vorsitzende des Fördervereins, Bernhard Müller, erhofft auch hier von der Stadt Unterstützung.

Oberbürgermeister Andreas Feller nahm an der Besprechung teil und stellte seine Unterstützung in Aussicht. Dies tat auch Kultusminister Bernd Sibler, der sich beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement zeigte und auf die verschiedenen Töpfe zur Förderung kultureller Einrichtungen und Aktivitäten verwies.

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