30.12.2020 - 15:01 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kurzarbeit als Rettungsanker

Der Stichtag für die Arbeitsmarkt-Statistik im März war gerade vergangen, als die Corona-Pandemie das Regiment übernahm. Die Agentur für Arbeit Schwandorf bündelte ihre Kräfte, konzentrierte sich auf ein wichtiges Instrument: Kurzarbeit.

Das Logo der Agentur für Arbeit.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Die Arbeitgeber und damit auch ihre Beschäftigten sollen schnell und unbürokratisch Kurzarbeitergeld erhalten", schrieb Agenturchef Markus Nitsch im März. Wie sich der Arbeitsmarkt entwickeln werde? "Auch wir wissen es nicht", so Nitsch. Klar war: Die Lage wird sich verschlechtern. Das Instrument des Kurzarbeitergelds erwies sich aber einmal mehr als Rettungsanker für viele Beschäftigte, die in den folgenden Monaten zwar auf Einkommen verzichten müssen, aber ihren Arbeitsplatz behalten konnten.

Im April die erste "Hausnummer": 1000 Betriebe im Landkreis zeigten Kurzarbeit an, für theoretisch 19200 Beschäftigte. Theoretisch, weil die Anzeige erst Voraussetzung für den Antrag auf Kurzarbeitergeld ist. Gleichzeitig blieb die Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt aus. Im Vergleich zu Vorjahr stieg die Arbeitslosenquote im Landkreis um rund ein Viertel auf 3,4 Prozent.

Die Lage stabilisierte sich im Mai. Die Arbeitslosenzahlen blieben zwar hoch, aber konstant bei bei 3,4 Prozent - das bedeutet, dass 2938 Menschen arbeitslos gemeldet waren. Bis Juli stieg die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis auf über 3100, im August sogar auf knapp 3300. Bis zum November sank die Zahl der Arbeitslosen auf 2520, die Quote auf 3,2 Prozent.

Im Juli lag die erste Zahl zur Kurzarbeit vor: Im Gesamtbezirk der Agentur (Kreise Amberg-Sulzbach, Cham, Schwandorf und Stadt Amberg) bezogen schon im März 11620 Beschäftigte Kurzarbeitergeld, in über 1500 Betrieben. Die Zahl wuchs rasant: Im April waren 32000 Arbeitnehmern von Kurzarbeit betroffen. Zum Vergleich: Die Arbeitslosenzahl im Gesamtbezirk lag da bei 8260. Die Zahl der Kurzarbeiter blieb auch im Mai etwa bei 32000 konstant - knapp 10000 davon im Landkreis Schwandorf. Bis Juli sank die Zahl der Kurzarbeiter merklich, auf 21300 im Bezirk, 7600 davon im Kreis Schwandorf.

Allerdings: Die Unterbeschäftigung im Agenturbezirk nahm übers Jahr deutlich zu. In diese Statistik fallen zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch diejenigen, die nicht als arbeitslos gelten, etwa weil sie Teilnehmer einer Maßnahme sind. Im November 2020 meldeten die Statistiker 9810 Betroffene im Gesamtbezirk, 1200 mehr als ein Jahr davor. "Die Arbeitslosenquote bewegte sich in der Krise zwischen 3,4 und 3,8 Prozent und somit weit entfernt vom zunächst von vielen befürchteten Ausmaß", kommentiert Nitsch, die Entwicklung. "Dass der Wert nicht deutlich höher gestiegen ist, lag zu einem Gutteil am Instrument Kurzarbeitergeld. "

Die Zahlen im November

Schwandorf

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