02.12.2020 - 15:15 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Arbeitsmarkt: Nur leichte Entspannung

Die Zahl der Arbeitslosen im Bezirk der Agentur Schwandorf ist im November leicht gesunken, lag aber um über 20 Prozent über dem Vorjahreswert. Die Agentur setzt auf Qualifizierungsmaßnahmen, auch für Kurzarbeiter.

Bei der Agentur für Arbeit Schwandorf waren im November 2520 Menschen arbeitslos gemeldet.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Im Bezirk der Geschäftsstelle Schwandorf (Landkreis Schwandorf ohne Bereich Oberviechtach) ging die Arbeitslosigkeit von Oktober auf November leicht zurück. Mitte des Berichtsmonats waren rund 2520 Personen arbeitslos gemeldet, etwa 110 Personen oder 4,3 Prozent weniger als im Vormonat. Gegenüber dem November des Vorjahres stieg die Zahl der arbeitslos Gemeldeten aber um knapp 430 Personen oder 20,4 Prozent an. Das teilte die Agentur für Arbeit mit.

Im Laufe des Monats meldeten sich rund 320 Arbeitnehmer aus der Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos, knapp 60 Personen weniger als im November 2019. Im Gegenzug beendeten nahmen 280 Menschen eine Erwerbstätigkeit auf, knapp 70 Arbeitnehmer oder 31 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote verbesserte sich dadurch gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte und liegt nun bei 3,2 Prozent. Im November 2019 betrug die Quote 2,7 Prozent.

„Durch die Kopplung des Kurzarbeitergelds an die Teilnahme an Qualifizierungen hat die Politik ein zukunftsweisendes Instrument geschaffen. Es wird dazu beitragen, dass Arbeitsplätze nicht nur kurzfristig in der Krise gesichert werden, sondern auch langfristig im Kontext des Strukturwandels erhalten bleiben. Gerade für unsere aufgrund der Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes besonders stark vom Strukturwandel betroffene Region ist dies eine wichtige Weichenstellung. Die Arbeitsagentur unterstützt jedoch nicht nur kurzarbeitende Beschäftigte beim Thema Weiterbildung. Seit Inkrafttreten des Qualifizierungschancengesetzes können Arbeitnehmer jeder Branche und Betriebsgröße bei Weiterbildungen finanziell gefördert werden. Interessierte Arbeitnehmer und Arbeitgeber können sich hierzu jederzeit bei Ihrer Agentur für Arbeit melden und einen Beratungstermin vereinbaren“, sagt Bernhard Lang, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegte sich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Coronakrise und die Schwächephase im verarbeitenden Gewerbe hätten deutliche Spuren hinterlassen, berichtet die Agentur. Die Betriebe und öffentlichen Verwaltungen meldeten rund 3190 Stellenangebote, knapp 830 Offerten oder 20,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Stellenpool befanden sich zirka 1380 Angebote und somit 290 Offerten weniger als im November 2019. Allerdings spiegeln sich laut Agentur in den knapp 320 im November neu gemeldeten Stellenangeboten die positiven Tendenzen der konjunkturellen Entwicklung bis zum erneuten Lockdown wider, da diese sogar um rund 20 Offerten über dem Vorjahresniveau lagen.

"Durch die Kopplung des Kurzarbeitergelds an die Teilnahme an Qualifizierungen hat die Politik ein zukunftsweisendes Instrument geschaffen."

Bernhard Lang, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Schwandorf.

Bernhard Lang, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Schwandorf.

So sah die Lage im Oktober aus

Schwandorf
Hintergrund:

Kurzarbeit: Neue Hochrechnung

Im Juli befanden sich nach der neuesten Hochrechnung im Agenturbezirk (Kreise Schwandorf, Cham, Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg) rund 21340 Beschäftigte in knapp 1540 Betrieben in Kurzarbeit. Im Juni waren es laut Hochrechnung rund 25400 Kurzarbeiter in zirka 1890 Betrieben. Die Juni-Zahlen im Einzelnen:

  • Kreis Schwandorf: Rund 7590 Kurzarbeiter in etwa 620 Betrieben; Kurzarbeiter-Quote bei 13,5 Prozent.
  • Kreis Amberg-Sulzbach: Rund 4860 Kurzarbeiter in etwa 350 Betrieben, Quote bei 16,6 Prozent.
  • Stadt Amberg: Etwa 3750 Kurzarbeiter in rund 250 Betrieben; Kurzarbeiter-Quote 13,5 Prozent.
  • Kreis Cham: Etwa9200 Kurzarbeiter in 670 Betrieben; Kurzarbeiter-Quote bei 17,1 Prozent.

"Es bleibt abzuwarten, wie sich der Teil-Lockdown in den kommenden Monaten auswirken wird, da seit Anfang November wieder vermehrt Anzeigen für die Gewährung von Kurzarbeit eingehen“, so der stellvertretende Leiter der Agentur Schwandorf, Bernhard Lang. „Deshalb werden die Mitarbeiter in der Bearbeitung von Kurzarbeit aktuell wieder aufgestockt, um den Betrieben zeitnah eine Rückmeldung zu ihrer Anzeige geben und somit für Planungssicherheit sorgen zu können."

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