08.06.2020 - 10:34 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Landkreis Schwandorf finanziert weiterführende Schulen mit Millionenbeträgen

Der Landkreis Schwandorf gibt jeden Tag 82.000 Euro für seine 21 Schulen aus. "Das sind in diesem Jahr zusammen fast 30 Millionen Euro und damit eine Million mehr als im Vorjahr", rechnet Kreiskämmerer Michael Neckermann vor.

Im Vergleich zum Vorjahr hat das Nabburger Johann-Andreas-Schmeller-Gymnasium von den fünf Gymnasien im Landkreis Schwandorf am meisten Schüler verloren. Legt man die letzten sieben Jahre zugrunde, erkennt man einen deutlichen Rückgang der Schülerzahlen an allen Gymnasien. Gleiches gilt für die vier Realschulen.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

In seinem Bericht an den Kreistagsausschuss für Schulen, Planung und Bau bezifferte der Kreiskämmerer Michael Neckermann die Kosten für den laufenden Schulbetrieb für die 21 Schulen in der Verantwortung des Landkreises auf 11 Millionen Euro. An diesen Schulen – Gymnasien, Realschulen, Mittelschulen, die Berufsschule, die Fach- und Berufsoberschule und die Sonderpädagogischen Förderzentren – werden derzeit 9444 Jungen und Mädchen unterrichtet. Dazu kommen 2,4 Millionen Euro an Gastschulbeiträgen für ungefähr 1900 Schüler. Zu zahlen hat der Kreis auch 4,2 Millionen Euro, die als Kosten für die Beförderung von 3736 jungen Leuten anfallen, die zur Schule oder nach Hause gebracht werden.

Neben dem laufenden Schulbetrieb setzt der Kreis auch große Summen ein, die den Investitionen dienen. Allein die großen Baumaßnahmen verschlingen in diesem Jahr 9,9 Millionen Euro. Finanziert werden damit Sanierungen, Modernisierungen und Umbaumaßnahmen an Schulen, aber auch die Verbesserung der Infrastruktur (Wlan). Schwerpunkte der Ausgaben im Hochbau bilden die Baumaßnahmen beim Beruflichen Schulzentrum in Schwandorf und bei der Realschule in Burglengenfeld. Mit den mehrjährigen Baumaßnahmen des Beruflichen Schulzentrums in Schwandorf führt der Landkreis seine größte Investitionsmaßnahme in seiner Geschichte durch. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich nach derzeitiger Einschätzung auf circa 43 Millionen Euro. Auf der Ausgabenseite steht noch der Punkt "Vermögenserwerb", der mit 2,3 Millionen Euro zu Buche schlägt. Das Geld fließt in digitale Klassenzimmer, Stühle und Tische, Fachraumausstattungen und Maschinen.

Ein wichtiger Punkt bei der Planung der Ausgaben ist der Blick auf die Entwicklung der Schülerzahlen. Laut dem Kämmerer pendelt die Zahl der Grund- und Mittelschüler seit Jahren konstant zwischen 7500 und 7600. In diesem Schuljahr hat es wieder etwas mehr Schulanfänger gegeben (1209) als im Vorjahr und insgesamt etwas mehr Grundschüler (4892). Während die Zahl der Grundschüler seit Jahren leicht steigt, nimmt hingegen die Zahl der Mittelschüler kontinuierlich leicht ab und liegt derzeit bei 2670.

Schuletat ist einer der großen Brocken im diesjährigen Landkreishaushalt

Schwandorf

Nach unten bewegt sich nicht nur die Zahl der Mittelschüler, auch Realschüler und Gymnasiasten werden weniger. Neckermanns Übersichten bewegten sich im Sieben-Jahres-Vergleich und zeigten den Rückgang an den Mittelschulen von 2896 auf 2670, den vier Realschulen von 2689 auf 2141 und den fünf Gymnasien von 3906 auf 3315 (gegenübergestellt immer die Zahlen von 2013 und 2019/20).

Entwicklung der Schülerzahlen an der Berufsschule in Schwandorf (1171) und den beiden Außenstellen Nabburg (526) und Neunburg vorm Wald (527) sind undramatisch, wobei Nabburg (Metalltechnik, Wirtschaft, Verwaltung) leicht verliert und Neunburg (Forstwirte, Land- und Maschinenmechatroniker, Landwirte) leicht zulegt. Seit längerem im Bereich zwischen 430 und 460 bewegt sich die Schülerzahl an der Fachoberschule; einen sehr deutlichen Rückgang von 181 auf 66 musste in den Jahren seit 2013 hingegen die Berufsoberschule erdulden.

Es gibt auch noch vier Sonderpädagogische Förderzentren, für die der Landkreis Schwandorf zuständig ist. Sie halten ihre Schülerzahlen konstant zwischen 82 in Nittenau und 119 in Schwandorf.

Hintergrund:

Ausgaben für Bildung

Die Ausgaben des Landkreises für Bildung betragen laut Haushaltsplan 17,6 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 12,3 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Der Landkreis Schwandorf stellt die Schulanlagen bereit und trägt den gesamten Sachaufwand für 21 weiterführende Schulen. Zusätzlich hat er auch die Mittel für den gesamten Lehr- und Unterrichtsbetrieb zur Verfügung zu stellen und für die Ausstattung der Fach- und Unterrichtsräume zu sorgen. Im Schuljahr 2019/2020 werden in den landkreiseigenen Schulen 9444 Schüler unterrichtet (156 Schüler weniger als im Vorjahr). Pro Schüler stellt der Landkreis 1862 Euro als Zuschussbedarf bereit. (td)

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