05.10.2020 - 17:37 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Landkreise Schwandorf und Görlitz lernen sich besser kennen

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Eine Partnerschaft, auch die von Landkreisen, lebt von Menschen, die sich kennen und schätzen. In dieser Beziehung haben Schwandorf und Görlitz rund um den Tag der Deutschen Einheit einen wichtigen Schritt getan. Und Ideen entwickelt.

Der Görlitzer Kultursekretär Joachim Mühle (stehend) und Susanne Lehmann (links), Pressesprecherin des sächsischen Landkreises, moderierten am Tag der deutschen Einheit eine Diskussion mit den Gästen aus Schwandorf. Zu ihnen gehörten Manuel Lischka, Carolin Schmuck und Christina Lanzl (von links).
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

30 Jahre Wiedervereinigung - das hat im Landkreis Schwandorf den Blick auf die deutsche Einheit gelenkt, die sich dort unter anderem mit der fast gleich alten Landkreispartnerschaft mit Görlitz in Sachsen manifestiert.

Dem heuer viel zu früh verstorbenen Kulturreferenten Franz Pfeffer war diese "Zweisamkeit" immer ein Herzensanliegen. Sein Nachfolger im Schwandorfer Landratsamt, Manuel Lischka, knüpft zwischenzeitlich fleißig am gleichen Teppich und nutzte ein Angebot der Volkshochschule im Städtedreieck, die für die ersten Oktobertage eine mehrtägige Fahrt in die 400 Kilometer entfernte, östlichste Stadt Deutschlands und den nach ihr benannten Landkreis Görlitz organisiert hatte. Zusammen mit Lischka machten sich die beiden Kreisräte Manfred Rodde und Marianne Forster (beide CSU) sowie einige Kulturmanager und weitere an der Partnerschaft Interessierte aus dem Landkreis Schwandorf auf den Weg von der Naab an die Neiße.

"Sehr reizvolle Region"

Lischka war von der "kulturell und landschaftlich sehr reizvollen Region" sofort angetan und freute sich über die "sehr freundschaftliche Aufnahme von uns". Wie er in einer kleinen Bilanz der Fahrt berichtete, sei man in diversen Gesprächen "sehr gut eingestiegen" in die Planungen des Partnerschaftsjubiläums im nächsten Jahr. So werde es am ersten Aprilwochenende 2021 in Görlitz einen diesbezüglichen Festakt geben, zu dem eine größere Delegation hinfahren werde.

"Befruchtend" wirkten sich laut Lischka auf die Partnerschaft die Themen Kulturaustausch und Tourismus aus. "An unseren Erfahrungen bei der Rekultivierung der Tagebauseen und deren touristischer Erschließung ist man in Görlitz interessiert," machte er deutlich.

Künstler reisen hin und her

Kreisrat Manfred Rodde, der frühere Bürgermeister von Schwarzenfeld, war ebenfalls voll des Lobes. Er wies auch darauf hin, "dass die Zeit vorbei ist, wo man dem Osten gezeigt hat, wie es funktioniert". Jetzt gelte: "Wir lernen voneinander." Ähnlich äußerte sich die Organisatorin der Fahrt, Carolin Schmuck (VHS). "Wir wollten damit auch die Faszination von Görlitz vermitteln", betonte sie und hat aus dem Erfolg der kleinen Reise auch schon Konsequenzen gezogen. Sie kündigte an, "dass Görlitz als Thema in die nächsten VHS-Programme kommen werde". Dass es bereits kulturellen Austausch gibt, zeigte sich an den Görlitzer Künstlern Sascha Röhricht und Alexander Göpfert: Beide hatten schon eine Ausstellung beziehungsweise einen Konzertauftritt im Raum Schwandorf. Zum Schwandorfer Künstlerhaus gibt es außerdem unweit von Görlitz ein Pendant: Schloss Königshain. Maler Heiko Herrmann (Pertolzhofen) wird dort nächstes Jahr künstlerisch arbeiten.

Partnerschaft mit Görlitz vor Jubiläum

Schwandorf

Die Zeit ist vorbei, wo man dem Osten zeigte, wie es funktioniert.

Kreisrat Manfred Rodde (CSU), früher Bürgermeister von Schwarzenfeld

Kreisrat Manfred Rodde (CSU), früher Bürgermeister von Schwarzenfeld

Hintergrund:

Die Gelegenheit, in Sachsen Kontakte zu knüpfen, nutzten unter anderem die neue Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses, Christina Lanzl, die Leiterin des Schwandorfer Stadtmuseums, Eva Maria Keil, Carolin Schmuck von der Volkshochschule im Städtedreieck und der Schwandorfer Kulturreferent Manuel Lischka. Als Gesprächspartner standen ihnen der Görlitzer Landrat Bernhard Lange, Landkreis-Pressesprecherin Susanne Lehmann, Kulturreferent Joachim Mühle sowie zahlreiche Görlitzer Kulturschaffende und Leiter dortiger Museen zur Verfügung, unter ihnen Dr. Jasper von Richthofen vom Kulturhistorischen Museum Görlitz.

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