14.09.2021 - 12:48 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Liebe zur Literatur an Kinder weitergeben

Seit 40 Jahren gestaltet Sieglinde Ziegler ehrenamtlich Vorlesestunden in der Schwandorfer Stadtbibliothek und hat in dieser Zeit 3500 Kinderbücher vorgestellt. Dafür erhielt die pensionierte Lehrerin jetzt eine hohe Auszeichnung.

Oberbürgermeister Andreas Feller (rechts) verlieh Sieglinde Ziegler (Mitte) die Konrad-Max-Kunz-Medaille. Bibliothekarin Leonie Flachsmann (links) bedankte sich mit Blumen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Die Bürgermedaille der Stadt Schwandorf und die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bunderepublik Deutschland hat Sieglinde Ziegler bereits bekommen. Nun ist sie auch Trägerin der Konrad-Max-Kunz-Medaille. Oberbürgermeister Andreas Feller verlieh sie ihr am Mittwoch bei einer Feierstunde im Garten der Stadtbibliothek. Sieglinde Ziegler schart die Kinder regelmäßig in der Bücherei um sich, liest ihnen vor, stellt Fragen und bespricht die Inhalte. „Frau Ziegler ist immer gut vorbereitet“, versichert der ehemalige Bücherei-Leiter Alfred Wolfsteiner. Er stellte die gewünschte Literatur bereit und schuf die Rahmenbedingungen. An Nikolaus, Fasching, zur Kirwa oder an heißen Tagen besorgte er für die Kinder Eis und Süßigkeiten. Seine Nachfolgerin Leonie Flachsmann setzte die Tradition fort.

Jetzt steht in der Bibliotheksleitung ein erneuter Wechsel an. „Ich bin immer noch motiviert und mache gerne weiter, wenn es gewünscht wird“, versichert Sieglinde Ziegler. Oberbürgermeister Andreas Feller nahm dieses Versprechen mit Wohlwollen zur Kenntnis und betonte: „Mit ihrer spürbaren Liebe zur Literatur hat Sieglinde Ziegler unzählige Kinder zum Lesen ermuntert und auch bei vielen Eltern die Lesefreude geweckt." Mit pädagogischem Geschick und natürlicher Autorität habe sie den Kindern Wertschätzung entgegengebracht und ihr Selbstvertrauen gestärkt.

Weil sie nie genau weiß, wer am Freitagnachmittag kommt, hat Sieglinde Ziegler immer gleich mehrere Titel parat. Vom Bilderbuch für die Kleinsten bis zur Lektüre für die Grundschüler. Zu bestimmten Anlässen gibt es ein besonderes Programm. An Fasching maskieren sich die Kinder und ziehen singend und tanzend durch die Bücherei, bevor sie sich zu ihrer Erzählerin dazu setzen. Schon während des Studiums an der Pädagogischen Hochschule in Regensburg interessierte sich die damalige Studentin für Kinderliteratur. Am meisten beeindruckt war sie von Astrid Lindgren und ihrer „Pippi Langstrumpf“. Endlich ein Mädchen, das selbstsicher und stark auftrat und so gar nicht dem Klischee vom „Heimchen am Herd“ entsprach.

Wenn sie die Kinder zum Erzählen bringt, achtet Sieglinde Ziegler darauf, „dass sie in ganzen Sätzen sprechen“. Sie will die Fantasie der kleinen Zuhörer anregen und sie zum Lesen ermuntern, abseits von Computer, Fernseher und Smartphone. Sie selbst liest am liebsten Krimis. Selbst ein Buch zu schreiben, kam ihr nicht in den Sinn. Sieglinde Ziegler beschäftigt sich lieber mit Büchern bekannter Autoren, fährt zu Buchmessen und macht Jury bei Vorlesewettbewerben.

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