14.01.2019 - 16:42 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Lob für Helfer: "Gut, dass die da sind"

Die Oberbayern können sich auf die Oberpfälzer verlassen: Der Nachschub an Helfern und Material in die Katastrophen-Region in den Alpen rollt. Das THW schickt weitere Kräfte aus allen Ortsvereinen des Landkreises los.

von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Heute fahren die zweite Bergungsgruppe, die Fachgruppe Räumen und der Krantrupp ab", berichtet Martin Liebl. Der Schwandorfer Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks schickt "langsam den ganzen Ortsverein los". 14 Mann des Zugtrupps und der ersten Bergungsgruppe sind bereits in Oberbayern. 16 Frauen und Männer rückten am Montag nachmittags auch noch aus - samt Gerätekraftwagen, einem Kran-Lkw und einem Kipper, der einen Anhänger samt Radlader zieht. Die Schwandorfer sind im Landkreis Berchtesgaden im Einsatz, die neuen Kräfte werden in den Kreis Traunstein geschickt. Zwei Mann kümmern sich am Heimat-Standort an der Naab um Nachschub und weitere Organisation.

Verstärkung aus Neunburg

Auf gut 70 Aktive kann Liebl insgesamt zurückgreifen. Bislang laufe der die Abfrage für die Einsätze reibungslos. "Ich bin den Arbeitgebern sehr dankbar, die die Leute freistellen", sagt er und bindet in den Dank auch die Familien mit ein, "die auch mitspielen." Außerdem: "Wir haben tolle Helferinnen und Helfer." Die seien ganz schön gefordert, das Räumen der vielen Dächer sei auch ein Knochenjob. In der Nacht zum Montag hatte es teilweise in den Schnee hineingeregnet, was die Räumarbeiten noch anstrengender macht. An diesem Dienstag kommt die erste Bergungsgruppe (Neun Helfer) aus dem Einsatz zurück. Der Zugtrupp bleibe bis Sonntag, sagte Liebl.

Über die Einsatzleitungen in den betroffenen Gebieten laufen Anforderungen nach Gerät und Personal zuerst bis zur Landesleitung des THW auf, die sie dann an die Regionen weitergibt. In der Schwandorfer Regionalstelle, die neben den Ortsverbänden aus dem Kreis Schwandorf auch die Verbände aus den Kreisen Cham und Amberg-Sulzbach koordiniert, laufen die Drähte zusammen. Markus Müller vom dortigen Stab hat am Montag auch eine Neunburger Bergungsgruppe losgeschickt. Zwölf Helfer machten sich gegen Mittag mit ihrem Geräte-Lkw auf den Weg in den Kreis Traunstein. "Wir rotieren jetzt bayernweit durch, damit die Kameraden auch abgelöst werden", erklärte er. Wie lange noch Hilfskräfte in Oberbayern gebraucht werden, ist noch offen. Der Deutsche Wetterdienst kündigt bis zu diesem Dienstag weitere Schneefälle an, es gilt eine Unwetterwarnung auch vor starkem Wind. Auch die Lawinengefahr in den Alpen ist nach wie vor groß.

Regen macht's schwerer

Christian Grasser und seine Leute sind am Montag "im Stress", wie der Zugführer des Nabburger THW gesteht. Seit den Morgenstunden schaufeln sie, was das Zeug hält, um Dächer und Zufahrtsstraßen vom Schnee zu befreien. Auch einen Keller haben sie bis Mittag schon ausgepumpt. Denn es regnet in Weißbach an der Alpenstraße, einem Ortsteil der Gemeinde Schneizlreuth im Landkreis Berchtesgadener Land. Dorthin sind die Nabburger am Sonntag aufgebrochen, 300 Kilometer waren zu fahren. Der Ort liegt auf 641 Metern Höhe und präsentierte sich am Montag klimatisch von seiner unfreundlichen Seite - feucht und regnerisch.

"In der Nacht schon hat es in den Schnee geregnet", berichtet Grasser und man merkt ihm an, wie das die ganze Sache noch einmal härter macht. 55 Helfer vom THW sind in Weißbach im Einsatz, dazu kommen 29 Mitstreiter von der Feuerwehr. "Wir sind bis Mittwoch da", sagt der Zugführer, dann geht es zurück in die Oberpfalz. Möglicherweise kommt am Mittwoch aber schon wieder eine neue Gruppe aus Nabburg. "Wir sind auf jeden Fall unseren Arbeitgebern dankbar, dass die Leute unter der Woche frei bekommen", versichert Grasser.

Ein Lob hat Gruppenführer Günter Süß noch im Ohr, der mit dem Oberviechtacher THW in Südbayern war und in der Gemeinde Krün im Landkreis Garmisch-Partenkirchen unter anderem auf dem Dach des Kurhauses zum Einsatz kam. Süß und seine Männer mussten zwar nicht extra frei nehmen, weil sie Samstag und Sonntag unterwegs waren, aber doch ihr freies Wochenende der harten Arbeit opfern. Einer aus der Truppe hat bei einer Zigarettenpause ein tolles Kompliment hören können, als ein Einheimischer zu einem anderen sagte: "Das ist gut, dass die da sind. Der Trupp auf dem Kurhaus, das sind schon Hund!"

Der enorme Fleiß der Oberviechtacher hatte natürlich auch seine körperlichen Konsequenzen: "Die Hälfte der Mannschaft ist um 21 Uhr vor Erschöpfung ins Bett gefallen." Wenigstens konnte das neunköpfige Helferteam sodann komfortabel schlafen. "Denn der Bürgermeister hat uns in eine Pension eingewiesen." Auch das, so Süß, sei ein sehr freundliches, äußeres Zeichen der Anerkennung für den uneigennützigen Einsatz gewesen.

Auch die Amberger Hilfskräfte sind im Einsatz

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