09.12.2020 - 14:29 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Mahnwache für Menschenrechte

Die Pandemie übertönt vieles, auch den Kampf für Menschenrechte. Die Kreisgruppe von Amnesty International (ai) macht am Samstag, 12. Dezember, auf ihren Einsatz aufmerksam und hofft auf Unterstützung.

Normalerweise werben Kreisgruppensprecherin Barbara Beck (Zweite von rechts) und ihre Mitstreiter an Infoständen von Amnesty International, wie hier im Vorjahr in Schwandorf. Weil das wegen der Pandemie nicht möglich ist, findet am Samstag eine Mahnwache am Marktplatz beim Mönchsbrunnen statt.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Ob bei Bürgerfesten oder auf Weihnachtsmärkten: Die kleine, aber aktive ai-Kreisgruppe ist normalerweise mit Info-Ständen vertreten, bittet um Unterstützung. Nicht vorrangig mit der Spendenbüchse, sondern mit Unterschriftenlisten für ihre Briefaktionen. Die Kärrnerarbeit zeige auch Erfolge, weiß die Sprecherin der Kreisgruppe, Barbara Beck.

Auch wenn die Aktiven sich derzeit nicht persönlich treffen können, die Arbeit an den Briefaktionen geht weiter. Beck erinnert im Gespräch mit den Oberpfalz-Medien an den Fall von Moses Akatugba. Er saß in Nigeria zehn Jahre in Haft, wurde gefoltert und zum Tode verurteilt. "Amnesty hat 800000 Briefe an die Verantwortlichen organisiert", erzählt Beck. Knapp 250 davon kamen aus dem Landkreis. "Er wurde begnadigt und freigelassen."

Der Erfolg bestärkt die Gruppe, beim "Briefmarathon" nicht nachzulassen. Besonders setze sich ai in diesem Jahr für drei Fälle ein, erläutert Beck.

  • Germain Rukuki ist ein Menschenrechtsaktivist in Burundi, wurde im April 2018 verhaftet und zu 32 Jahren Gefängnis verurteilt. "Es reichte, dass er Mitglied in der Organisation ,Christen gegen Folter' war", erzählt Beck.
  • Nassima al-Sada wurde 2018 in Saudi-Arabien inhaftiert. Sie setzte sich für Frauenrechte ein - unter anderem für das Recht, Auto zu fahren. Außerdem fordert al-Sada, dass auch Frauen endlich ihre Rechte selbst in die Hand nehmen dürfen. Bislang unterliegen sie der Vormundschaft eines Mannes - die Volljährigkeit spielt keine Rolle. "Unsere Briefe gehen an den saudischen König", sagt Beck.
  • Türkische Studierende einer LGBTI-Gruppe, die angeklagt sind, weil sie sich friedlich für die Rechte von lesbischen, schwulen, bisexuellen oder transgender-Menschen einsetzten. Die Briefe und Mails richten sich an den türkischen Justizminister. "Den 18 Angeklagten drohen lange Haftstrafen", berichtet die ai-Sprecherin.

Der 10. Dezember ist der Tag der Menschenrechte. Um an ihn zu erinnern und gleichzeitig für den "Briefmarathon" von ai zu werben, plant die Kreisgruppe am Samstag, 12. Dezember, ab 10 Uhr eine Mahnwache auf dem Oberen Marktplatz. Weil wegen der Pandemie kein herkömmlicher Infostand möglich ist, werden die Muster-Briefe ausgelegt und auf Plakaten das Procedere erläutert. Informationen zu der Aktion gibt's unter www.briefmarathon.de

Service:

Treffen der ai-Gruppe

Die Schwandorfer ai-Gruppe trifft sich normalerweise jeden zweiten Mittwoch im Monat um 18.15 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in Schwandorf an der Bahnhofstraße 1. Momentan finden die Treffen virtuell statt, erläuterte Sprecherin Barbara Beck. Weitere Infos und Kontakt zur ai-Kreisgruppe im Netz unter www.amnesty-schwandorf.de

Die letzte öffentliche ai-Aktion vor der Pandemie

Pfreimd
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