13.05.2022 - 09:05 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Milcherzeuger befürchten weiteren Rückgang bei den Betrieben

Jungzüchterin Eva-Maria Bäuml aus Gögglbach nimmt am 11. Juni an der bayerischen Jungzüchterschau in Wertingen teil.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Ernest Schäffer stellt die Eigenversorgung der Oberpfälzer Bevölkerung mit Milch langfristig in Frage. Für den Geschäftsführer des „Landeskuratoriums der Erzeugerringe für tierische Veredlung in Bayern“ (LKV) werde sich der Strukturwandel fortsetzen. Welcher Betrieb mit Anbindehaltung wolle bei steigenden Bau-, Energie- und Düngermittelpreisen schon Millionen in einen neuen Stall investieren, fragte der Referent bei der Versammlung des Rinderzuchtverbandes in die Runde.

Die Zahl der Betriebe und der Kühe werde weiter zurückgehen, so die Prognose des LKV-Geschäftsführers, und damit einhergehend auch die Milchmenge. Für Ernest Schäffer ergibt sich in der Folge ein weiteres Problem: Das Grünland veröde, wenn es von den Kühen nicht mehr beweidet werde.

Damit es nicht so weit kommt, stellt der LKV-Geschäftsführer Bedingungen. Der Milchbauer müsse seine Kosten in den Griff bekommen, und der Staat müsse den Landwirten „verlässliche Vorgaben“ garantieren.

Zuchtleiter Thomas Nibler bestätigte die Prognosen mit Daten. So sank die Zahl der Betriebe innerhalb des Oberpfälzer Rinderzuchtverbandes um 98 auf 2139 und die der Kühe um 1603 auf 117 610. „Erstmals ging auch die Milchmenge zurück“, entnahm der Zuchtleiter der Statistik. Nibler führte dies auf die „nachlassende Futtergrundlage“ zurück.

Verbandsvorsitzender Erich Pilhofer spürt „die schlechte Stimmung“ unter den Kollegen. Der Milchpreis steige zwar im Augenblick, doch gleichzeitig explodierten die Kosten für die Betriebsmittel. „Unter dem Strich bleibt dem Landwirt weniger als zuvor“, so Pilhofer. Es sei ein „Teufelskreis“.

Bei der Stange bleibt weiterhin die ehemalige bayerische Milchprinzessin Eva-Maria Bäuml aus Schwandorf-Gögglbach, die am 11. Juni in Wertingen an der bayerischen Jungzüchterschau teilnimmt.

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