21.03.2019 - 16:58 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Millionen für reines Trinkwasser

Trinkwasser ist ein wertvolles Gut, und dem Werkausschuss ist es teuer: Das Gremium billigte am Mittwoch Ausgaben von 2,4 Millionen Euro für die Sanierung der Aufbereitungsanlage in Klardorf.

Rund 2,4 Millionen Euro netto soll die Sanierung der Trinkwasseraufbereitungsanlage in Klardorf kosten.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Die Anlagentechnik hat nach mehr als 50 Jahren ausgedient," sagte der Werkleiter der Städtischen Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS), Walter Zurek, am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts. Dank täglicher Wartung könne die Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) Klardorf die Qualitätsanforderungen noch erfüllen. "Ein längerer, ungeplanter Stillstand wird aber immer wahrscheinlicher", so Zurek, "da es keine Ersatzteile mehr gibt". Die TWA entspreche nicht mehr dem Stand der Technik, der heute bessere Werte bei längeren Wartungsintervallen erlaube.

Vorgesehen ist eine TWA, die rund 263 000 Kubikmeter pro Jahr aufbereiten kann, etwas mehr als die erlaubte Fördermenge aus den Brunnen (250 000 Kubikmeter). Der höchste Bedarf in den vergangenen Jahren in Klardorf und den mitversorgten, benachbarten Ortsteilen westlich der Naab lag bei 181 000 Kubikmeter. Für alle Fälle besteht auch eine Notverbindung über Gögglbach ans Schwandorfer Netz und den Hochbehälter Auhof. Über diese Verbindung kann laut Zurek auch die Versorgung während des Baus aufrecht erhalten werden. Rund sechs bis neun Monate wird die Anlagenerneuerung dauern. Ein Abriss samt Neubau würde ein neues wasserrechtliches Verfahren notwendig machen. Das könne Jahre in Anspruch nehmen, sagte Zurek.

Die deshalb von der SWFS ins Auge gefasste Sanierung von Gebäude und Anlagentechnik werde etwa 2,4 Millionen Euro netto verschlingen, sagte der Werkleiter, gestreckt auf zwei Jahre. Das Projekt ist Teil eines Rahmenplans für die Wasserversorgung, den der Stadtrat im April 2018 bereits genehmigt hatte.Daran erinnerte auch Oberbürgermeister Andreas Feller.

Dementsprechend einhellig fiel auch der Beschluss im Werkausschuss aus. "Auch wenn es teuer ist, müssen wir die Anlage auf den Stand der Technik bringen", sagte CSU-Sprecher Hans Hottner. Alfred Braun (SPD) stimmte dem zu. Alfred Damm (AuGe/ÖDP) und Andreas Weinmann (SPD) sprachen die hohen Mangan- und Eisenwerte im Brunnenwasser und das Rohrnetz in Klardorf an. Die Mangan- und Eisenwerte seien in der Region normal, so Zurek, deshalb sei die Aufbereitung nötig. Das Rohrnetz in Klardorf werde in den kommenden Jahren mit hohem Aufwand saniert. Hans Sieß (CSU) regte an, auf die TWA eine Photovoltaikanlage zu setzen, um den Eigenbedarf an Strom zum Teil zu decken. Das werde geprüft, sagte Zurek, hänge aber von den Detailplanungen für den Dachstuhl ab, die erst erstellt werden müssen.

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