31.03.2020 - 18:54 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Momentan bis zu 36 Tests am Tag

Das Coronavirus-Testzentrum hat den Betrieb aufgenommen. In den Umkleiden des Sepp-Simon-Stadions können derzeit pro Tag bis zu 36 mögliche Infizierte getestet werden. Soldaten aus Oberviechtach helfen beim reibungslosen Ablauf.

Seit diesem Montag ist das lokale Testzentrum in den Umkleideräumen des Sepp-Simon-Stadions in Betrieb. Ärzte und Helfer erwarten im Zehn-Minuten-Rhythmus Personen, die Krankheitssymptome aufweisen und in den letzten 14 Tagen in engem Kontakt mit positiv getesteten Personen standen. Unser Bild zeigt den Eingang des Testzentrums.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Mit der Einrichtung des Testzentrums in den Räumen des Stadions setzt der Landkreis ein Konzept des bayerischen Gesundheitsministeriums um, wonach derartige Zentren in allen Landkreisen und kreisfreien Städten zu etablieren sind. Dafür waren am vergangenen Mittwochabend rund 15 Helfer des THW Schwandorf angerückt, um die Aufbauarbeiten zu übernehmen. Im Inneren des Stadions, wo sich die Umkleiden befinden, bereiteten sie kurzfristig alles für die neue Nutzung vor.

Am Montag um 9.30 Uhr hat der Betrieb begonnen, wenn auch an diesem Tag noch nicht viel los war. Getestet werden kann, wer Krankheitssymptome aufweist und in den letzten 14 Tagen in engem Kontakt mit positiv getesteten Personen stand. Über die Auswahl dieses Personenkreises entscheiden das Gesundheitsamt und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns, erste telefonische Anlaufstellen sind Hausarzt oder ärztlicher Bereitschaftsdienst (Telefon 11 61 17). Alle Personen, die seit Montag im lokalen Testzentrum getestet werden, werden vom Amt angerufen und erhalten einen Termin. Niemand kann von sich aus dort hingehen und sich testen lassen.

"Grundsätzlich ist es so, dass das Gesundheitsamt und die Kassenärztliche Vereinigung jeweils drei Stunden im Zentrum tätig sind, die einen am Vormittag, die anderen am Nachmittag. Sie vergeben ihre Termine so, dass alle zehn Minuten jemand getestet wird - also bis zu 36 Personen am Tag", präzisierte Pressesprecher Hans Prechtl vom Landratsamt, der die Öffentlichkeit über die Coronavirus-Situation regelmäßig auf dem Laufenden hält. Prechtl wusste auch, dass im Laufe der Woche die Taktung der Testungen erhöht werden.

Betrieb läuft nach Plan

Wie der Pressesprecher versicherte, laufe der Betrieb "plangemäß", Ärzte, Helfer und Pflegepersonal würden sich der ankommenden Personen annehmen. Sind die Tests erledigt, bringt ein Fahrdienst des BRK die Proben nach Erlangen zum LGL, dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Jene Tests, die durch das Schwandorfer Gesundheitsamt vorgenommen würden, werden direkt im LGL ausgewertet, diejenigen der Kassenärztlichen Vereinigung gehen in ein anderes Labor, um keine Überlastung zu provozieren. Natürlich sei auch eine Bewachung der Einrichtung nötig. Dafür sorge die Bundeswehr, so Prechtl.

Die Bundeswehr ist seit Auftreten des Coronavirus eng in verschiedene Maßnahmen der Zivilverwaltung eingebunden - zum Beispiel im Zuge der Amtshilfe. Oberstleutnant German Greif, der Leiter des Kreisverbindungskommandos in Schwandorf, erklärte auf diese Weise auch die Rolle der jungen Soldaten, die mit Schutzkleidung beim Testzentrum Dienst tun. "Es sind jetzt erst einmal 14 Tage lang vier Mann dort, es können aber bei Bedarf bis zu acht Mann werden - auch länger als zwei Wochen." Die Panzergrenadiere aus Oberviechtach seien im Auftrag des Landkreises "subsidiär" (unterstützend, Hilfe leistend ) tätig, sagte der Offizier: "Wir sind der rettende Anker und werden angefordert, wenn die Blaulicht-Organisationen an ihre Grenzen geraten." Die Soldaten begreifen sich als "helfende Hände" für das Testzentrum, wenn mehr Fälle kommen sollten. Greif und sein Vertreter, Stabsfeldwebel Käs, stehen in engem Kontakt mit der Verwaltungsspitze des Landkreises und der zugehörigen Führungsgruppe Katastrophenschutz.

Johanniter dabei

Bereits am Wochenende haben sich die Helfer der Johanniter in Schwandorf zu einer Einweisung für die künftigen Aufgaben und den Ablauf im Testzentrum in Schwandorf getroffen. "Selbstverständlich achteten dabei alle auch hier auf die aktuellen Abstandsvorgaben und trugen, wenn nötig, entsprechende Schutzkleidung", hieß es vonseiten der Johanniter aus Schwandorf und Schwarzenfeld in einer Pressemitteilung. Die Johanniter würden außerdem das Gesundheitsamt Schwandorf bei der Entgegennahme von Telefonaten beim Bürgertelefon unterstützen. Sie wirken auch bei Vorbereitungsarbeiten zur Schaffung weiterer Bettenkapazitäten mit.

Bereits am Wochenende haben sich die Helfer der Johanniter in Schwandorf zu einer Einweisung für die künftigen Aufgaben und den Ablauf im Testzentrum in Schwandorf getroffen. Sie wurden dabei von Oberbürgermeister Andreas Feller (rechts) in Empfang genommen.
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