Man vermische Nordoberpfälzer Mundart mit niederbayerischem Dialekt und einem "Kauderwelsch" aus der Regensburger Gegend und unterlege das Ganze mit rockigem Blues, dann entsteht "lausiges Musikkabarett“ mit Hubert Treml, Kirstin Rokita und Wolfgang Kamm. Der Theaterverein Schwandorf eröffnete mit diesem Format den „Kultur-Frühling“.
Kirstin Rokita aus Plattling und Hubert Treml aus Weiden kennen sich seit 20 Jahren. „Am Anfang habe ich kein Wort verstanden“, schmunzelt die niederbayerische Sängerin, Schauspielerin und Regisseurin der Schwandorfer Theaterbühne. Über die Musik haben sich ihre Dialekte angenähert. Der Dritte im Bunde, Liedermacher Wolfgang Kamm, steuert seine eigenen Wortschöpfungen bei.
Der Kabarett-Preisträger aus Hemau eröffnete am Samstag auch den volkstümlichen Rock- und Blues-Abend in der ausverkauften Schwandorfer Spitalkirche. Das Motto „Machts doch wosts wollts“ passte zu den Pseudotexten des Liedermachers, der gerne „eine Piranha in einer Wurstfabrik“ wäre und über „die Gefühle einer Bierflasche“ schwadroniert. Wolfgang Kamm verrät die Lebensweisheit seiner Oma „Schlog a Oa drüber“ und animiert die Zuhörer zum Mitsingen: „Wenn die Wurscht so dick is wias Brot, dann is es wurscht, wie dick des Brot is“.
Auf die deftige Brotzeit serviert Kirstin Rokita „Schokolade danach“. Aus „Yesterday“ macht sie mit Hubert Treml „Spiegelei“. Kirstin Rokita und Hubert Treml mimen ein Paar, das nach den Jahren nur noch die Gewohnheit zusammenhält und denen „so etwas Depperts wie i mog di“ nicht über die Lippen kommt. „Des Beste an ihr is de selber g'machte Erdbeermarmelad“, singt er und tut, was jeder Mann tun muss: „Er mou mahn“.
Der Veranstalter hatte eine „unvorhergesehene Überraschung“ angekündigt. „Dieser Weg wird kein leichter sein“. Dessen waren sich die Theaterbühne-Ikonen Manuela Pürzel-Lehner und Susanne Steinshorn bewusst, als sie urplötzlich auf die Bühne sprangen und das Trio beim Song von Xavier Naidoo verstärkten. Das Publikum applaudierte und folgte gerne der musikalischen Aufforderung „I mecht ratsch'n, i mecht singa, mecht a Halbe mit dir dringa“, um im Foyer auf den "lausigen Abend" (so das Thema) anzustoßen und mit den Künstlern ins „Ratschn“ zu kommen













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