10.09.2018 - 17:11 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Nachnahme-Gelder bleiben verschollen

Ein Post-Fahrer soll wegen Untreue vor Gericht. Aber er kommt nicht. Und die polizeiliche Suche verläuft zunächst erfolglos.

Vor dem Haus im nordöstlichen Landkreis Schwandorf fuhren zwei Polizisten vor. Dann meldeten sie telefonisch dem Schwandorfer Amtsrichter Thomas Heydn: "Die Wohnung schaut leer aus." Womit sich nun die Frage erhebt: Wo ist der Mieter, der nicht zum Prozess erschien? Der 39-Jährige soll nun zum nächsten Verhandlungstermin Anfang Oktober durch Uniformträger vorgeführt werden. Dann wird sich zeigen müssen, was er zu einem massiven Vorwurf der Staatsanwaltschaft sagt. Denn nach umfangreichen Ermittlungen mündeten deren Erkenntnisse in die Feststellung: In nahezu zwei Dutzend Fällen hat der Mann in seiner damaligen Eigenschaft als Post-Fahrer die Nachnahme-Gelder für Warensendungen zwar einkassiert, dann aber nicht abgeliefert. Daraus resultierte ein Finanzschaden von rund 4000 Euro. In den Unterlagen der Justiz befand sich eine Handynummer des der Untreue bezichtigten Mannes. Der Richter wählte sie, gelangte nur an die Mailbox und übermittelte die Nachricht: "Wenn Sie beim nächsten Mal wieder nicht kommen, gibt's einen Haftbefehl." Doch der, so sieht es aus, kann von der Polizei nur dann vollzogen werden, wenn die Behörden herausfinden, wo sich der 39-Jährige aufhält.

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