27.09.2021 - 15:55 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neu im Bundestag: Schwandorfer Grüne auf dem Weg nach Berlin

Als dritte Kandidatin aus dem Bundeswahlkreis Schwandorf ist die Grüne Tina Winklmann in den neuen Bundestag gewählt worden. Das hat es in dieser Form noch nie gegeben. Noch am Montag macht sich die Wackersdorferin auf den Weg nach Berlin.

Tina Winklmann auf dem Weg in die Bundeshauptstadt. Nachdem sie am Montag gegen 5 Uhr früh endlich die erlösende Nachricht erhalten hatte, dass sie dem neuen Bundestag angehören wird, packte die 41-jährige Grünen-Politikerin aus Wackersdorf ihren Koffer. Gegen 11 Uhr ging es bereits per Zug von Schwandorf nach Berlin.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

11.07 Uhr auf Gleis 3 des Schwandorfer Bahnhofs: Mit einem kleinen, blauen Koffer ausgerüstet machte sich am Montag die frischgebackene Bundestagsabgeordnete Tina Winklmann mit dem Zug auf den Weg nach Berlin. Wäre sie am Sonntag nicht gewählt worden, hätte sie am Montag die andere Richtung eingeschlagen – ins Allgäu, um dort einen lange geplanten Urlaub anzutreten. So muss ihre Partnerin Stephanie Wanninger alleine in die Alpen reisen, während Winklmann erste Schritte in ein neues Leben als Bundespolitikerin machen will.

Dass die 41-jährige Grüne überhaupt den Einzug in den Bundestag geschafft hat, war lange nicht klar. Bei der Grünen-Wahlparty im Gasthaus Schmidtbräu auf dem Schwandorfer Marktplatz warteten die Kandidatin, ihre Familie und ihre Anhänger auf jeden Fall umsonst auf ein erlösendes Signal. Als man am Sonntag gegen 22 Uhr schließlich auseinanderging, war keineswegs ausgemachte Sache, dass Winklmann tatsächlich erfolgreich sein würde. Die Ergebnisse der bayerischen Grünen waren zwar besser denn je, aber ob es auch für Winklmann reichte? Immerhin stand sie erst auf Platz 17 der Grünen-Landesliste.

„Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen,“ verriet die Newcomerin am Montag kurz vor der Abfahrt ihres Berlin-Zugs. Immer wieder habe sie die Ergebnisse des Bundeswahlleiters aktualisiert, um ihren Namen zu finden. Als sie sich schon fast geschlagen geben wollte, kam eine Gratulation der bayerischen Spitzengrünen Katharina Schulze an.

Ein erneutes Nachsehen auf den offiziellen Seiten brachte dann die Erlösung: „Gegen 5 Uhr hatte ich es am Montag endlich schwarz auf weiß, dass ich zum neuen Bundestag gehöre.“

„Ich bin jetzt für vier Tage ausgestattet,“ erzählte Winklmann mit Blick auf ihren kleinen Koffer, „denn ich habe definitiv schon Termine in Berlin bis Donnerstag.“ Untergebracht ist sie zunächst in einem Hotel, bis sie sich mit Hilfe der Bundestagsverwaltung auf die Suche nach einer geeigneten, kleinen Wohnung machen kann. „Ein EinZimmer-Appartement reicht mir. Viel brauche ich dort nicht, weil die meiste Zeit Arbeit sein wird.“

Wie Winklmann versichert, bleibe ihr Lebensmittelpunkt der Wahlkreis Schwandorf. Ergänzend dazu will die Abgeordnete Räume für ein Wahlkreisbüro suchen - im günstigsten Fall in Schwandorf, wegen der guten Verkehrs-Anbindung der Kreisstadt.

Mit dem Erfolg der Wackersdorferin vertritt jetzt ein Frauen-Trio die Interessen der Region Schwandorf in der Bundeshauptstadt. Das ist genauso ein Novum wie die Wahl einer Grünen aus dem Bundeswahlkreis 234. Die neue Bundestagsabgeordnete hat eine Ausbildung zur Verfahrensmechanikerin bei der Firma Wilden (heute Gerresheimer) abgeschlossen, war anschließend bei Siemens in Amberg beschäftigt. „Ich habe 20 Jahre im Dreischichtbetrieb gearbeitet“, sagte Winklmann, die sich selbst als Arbeiter- und Dorfkind bezeichnet. Aufgewachsen ist sie im Wernberg-Köblitzer Ortsteil Dammelsdorf. Inzwischen lebt Winklmann in Wackersdorf und arbeitet im Büro der Tirschenreuther Landtagsabgeordneten Anna Schwamberger (früher Toman). Diese Beschäftigung wird sie jetzt aufgeben müssen.

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„Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen.“

Grünen-Abgeordnete Tina Winklmann

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