24.08.2018 - 14:43 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Neuer Spaß auf dem Wasser

Der Nabburger Kaplan Berno Läßer erreicht seinen Gottesdienst in Perschen gerne auf dem Wasserweg - als Stand-Up-Paddler. Die Sportart ist derzeit extrem angesagt. Immer mehr Menschen kommen auf den Geschmack.

Frederike Turek und ihre Freundin Franziska haben das „Stand Up Paddling“ vergangenes Wochenende zum ersten Mal ausprobiert. Es zeigte sich: Es geht auch zu zweit auf einem Brett.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Doris Maier und ihre Freunde begleiteten den scheidenden Geistlichen, der dienstags in der Perschener Peter-und-Paul-Kirche die Messe feierte und Ende August die Pfarrei Nabburg verlässt: "Wir trafen uns dazu um 18.15 Uhr auf dem Parkplatz zwischen Nabburg und Perschen, gingen zur Naab, stiegen auf die Bretter und waren rechtzeitig zur 19-Uhr-Messe in Perschen." Während die anderen stehend paddelten, kniete der Kaplan. "Wissen Sie, er hatte einen Anzug an und wollte vermeiden, dass er auf dem Weg zur Kirche ins Wasser fällt", verrät Doris Maier. Auch sie und ihre Freunde sind beim "Stand Up Paddling" (SUP) normal gekleidet. "Also nicht mit Badeanzug oder so", präzisiert sie und lacht.

Das zeigt, dass ein erfahrener Stehpaddler in der Regel nicht damit rechnen muss, auf einem so ruhigen Fluss wie der Naab unliebsame Bekanntschaft mit dem Wasser zu machen. Wenn man den Sport allerdings im Mittelmeer übt, passiert genau das am Anfang. "Die ersten drei Stunden hat es uns nur reingeworfen", erinnert sich Doris Maier an Sardinien und ihre Zeit als blutige Anfängerin - die sich im übrigen alles selbst beigebracht hat.

Am Gardasee sah es dann schon besser aus: "Der ist ruhiger, da war es leichter." Am Gardasee hat die Nabburgerin vor drei Jahren auch zum ersten Mal Stehpaddler gesehen, und war gleich angetan. "Ich bin gern aktiv und das 'Stand Up Paddling' ist doch besser als auf der Luftmatratze oder am Strand zu liegen", ist sie überzeugt.

Aufblasbare Boards

"Stand Up Paddling" kann man ohne Wind oder Wellen betreiben. Seit einigen Jahren findet es zunehmende Verbreitung als Freizeitsport und entwickelte sich zu einer eigenständigen Wassersportart. Stehpaddeln wird vorrangig auf Hawaii, an der US-Pazifikküste, in Australien, auf den Britischen Inseln sowie in Japan betrieben. In Europa hält "Stand Up Paddling" vor allem auf Binnengewässern Einzug.

Der Sportler steht nach Möglichkeit aufrecht auf dem Surfbrett und paddelt mit einem Stechpaddel, ähnlich wie beim Kanufahren. Dabei wird die Seite, auf der gepaddelt wird, regelmäßig gewechselt. Seit 2011 ermöglicht eine neue Produktionstechnik die Herstellung von aufblasbaren SUP-Boards, die leichter zu lagern und zu transportieren sind und je nach Modell bis zu 250 Kilo Tragkraft besitzen. Dies macht die Boards für Freizeitpaddler und Sportangler interessant. So ein aufblasbares SUP-Board hat auch Doris Maier. Es wurde in einem großen Rucksack geliefert: Board, Pumpe, Paddel. "Das Aufpumpen hat zehn Minuten gedauert, das Board war dann so hart wie ein Surfbrett, man glaubt es kaum."

Ohne Luft ist das Board zusammenrollbar und kann gut transportiert werden, zum Beispiel in den Urlaub. Zwischenzeitlich aber hängt es bei den Maiers, die in der Venedig wohnen, einem Ortsteil von Nabburg, immer aufgeblasen an der Garagenwand. Es ist nicht weit bis zur Naab, wo es bei der Wiesmühle einen schönen, neuen Einstieg gibt, den die Mitglieder von Doris Maiers "WhatsApp-SUP-Gruppe" gerne nutzen. Etwas weiter Richtung Perschen, an einem Parkplatz, kann man mit dem Board ebenfalls ins Wasser.

Am Murner See

Ortswechsel: Für Frederike Turek war der erste Versuch mit Board und Paddel ein großer Spaß. Die 28-Jährige verbrachte am letzten Wochenende mit Freunden einen heißen Sommertag am Murner See bei Wackersdorf. Dass man bei den extremen Temperaturen viel Zeit im Wasser war, lag auf der Hand. Ein Teil der Clique war mit Luftmatratzen, andere mit Schwimmnudeln, wieder andere mit aufblasbaren Gummibooten auf und im See unterwegs. "Und ich habe zum ersten Mal das Stand-Up-Paddeln ausprobiert", erinnert sie sich schmunzelnd.

"Ich hab's mir schwieriger vorgestellt", versichert sie. Eine aus der Bade-Clique hatte bereits Erfahrungen mit dem trendigen Wasservergnügen gesammelt und gab ihre Erkenntnisse bereitwillig an Frederike und ihre Freundin Franziska weiter. Erst auf dem Brett knien, dann aufstehen, lautete die erste Devise. "Anfangs war es noch etwas wacklig, weil es ungewohnt ist, aber wenn die Wasseroberfläche ruhig ist, dann ist es gar nicht so schwer." Und dann kommt das Paddeln - zwei Mal auf jeder Seite, so fährt man geradeaus. "Das Wenden und das Kurven Fahren ist da schon anspruchsvoller", betont sich die Hobbysportlerin lachend.

Sie fand es gut, dass sie ein relativ großes Board nutzen konnte, was die ganze Angelegenheit für die Anfängerin erleichtert hat. Sie hat das Brett zwar nicht tragen müssen, "aber ich habe es mal im Wasser umgedreht und es war gar nicht so schwer". Auch wenn sie sich immer in Ufernähe aufgehalten hat, "habe ich doch gemerkt, dass man recht schnell voran kommt". Ist man eine halbe oder dreiviertel Stunde unterwegs, gehe das "gut in die Arme". Ihr Fazit: "Das kann ein effektiver Sport sein und ich war positiv überrascht, wie viel Spaß es macht."

Wenn die Wasseroberfläche ruhig ist, wie auf Binnenseen üblich, macht das „Stand Up Paddling“ auch Anfängern keine große Mühe. So sieht man diesen Trendsport auch auf dem Murner See immer öfter, wo das Bild entstanden ist.

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