26.07.2020 - 10:56 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Oberpfälzer Künstlerhaus rückt Landschaft ins Bild

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Christina Lanzl packt aus. Von der schützenden Luftpolsterfolie befreit die Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses Knalliges, aber auch Kritisches. Die erste große Ausstellung nach Corona steht in Schwandorf vor der Tür.

Christina Lanzl packt die ersten Bilder für die neue Ausstellung nach Corona im Oberpfälzer Künstlerhaus aus. Dieses Werk von Winfried Tonner hat der Bezirk bereits 1970 angekauft.
von Monika Bugl Kontakt Profil

"LandErleben - Einsichten und Ausblicke in Oberpfälzer Landschaften" titelt die erste große Ausstellung unter Regie der neuen Leiterin des Oberpfälzer Künstlerhauses, Christina Lanzl. Warum nicht wuchern mit einem Pfund, dessen Wert sich gerade während der Corona-Pandemie als unschätzbar herausgestellt hat? Auch das war ein Argument für eine Ausstellung der Sammlung des Bezirks, die erstmals unter dem inhaltlichen Schwerpunkt "Landschaft" fungiert. "Wir zeigen thematische Arbeiten in allen Kunstgenres, von der Malerei und Grafik zur Fotografie und Plastik", erklärt Lanzl mit Blick auf die versammelten Werke, die im Erdgeschoss auf ihren Platz für die Ausstellung warten. Die Eröffnung ist für Sonntag, 13. September, geplant.

Der Bezirk Oberpfalz hat sich seit vielen Jahren der regionalen Kunstförderung verschrieben, kauft Exponate von heimischen Künstlern und verfügt inzwischen über eine stattliche Sammlung. 30 Werke, die nun auf vielfältige Weise die Landschaft beleuchten, stammen direkt aus dem Depot des Oberpfälzer Künstlerhauses. 20 weitere Werke hat das Depot in Regensburg für die Ausstellung geliefert, sie sind nun erstmals im Künstlerhaus zu sehen. Dazu kommen einige Neuerwerbungen, darunter auch ein Werk von Miriam Ferstl aus Neunburg, die damit als eine der jüngsten Kunstschaffenden in den Kreis der renommierten Meister aufgenommen ist.

Wer nun nur Felder, Wald und Seen erwartet, wird sich wundern, denn neben Natur- und Kulturlandschaft hat auch die phantastische und imaginierte Welt Eingang in die Auswahl gefunden, Dorf und Stadt haben einen Platz und auch die kritische Darstellung der bedrohten Natur.

Zwei Fachgremien haben die Arbeiten ausgewählt, die nicht selten ein Wiedersehen mit bekannten Orten ermöglichen, beispielsweise mit dem Storchennest auf dem Turm von St. Georg, das der Nabburger Paul Schinner als Motiv gewählt hat. Andere, wie Bernhard Fuchs oder Rudolf Koller setzen sich in teils abstrahierender Weise mit von Menschenhand verursachten schmerzhaften Eingriffen in die Natur auseinander. Und zumindest einen kleinen Trost für alle durch Corona entfallenen Grenzüberschreitungen bietet der Fensterbacher Jürgen Böhm: In seiner Tomografie überlagern sich Fotos aus Bayern und Böhmen und lassen so "ganz ohne Ansteckungsgefahr" zwei Länder maximal zusammenrücken.

Vergessen ist Corona aber auch bei der Ausstellungseröffnung nicht, die heuer ausnahmsweise nicht öffentlich ist. Für die jeweiligen Bereiche des Künstlerhauses gibt es eigene Schutz- und Hygienekonzepte, für die Besucher gilt Maskenpflicht, sofern sie nicht gerade feste Plätze einnehmen.

Die Kunstwerke dürfen bis 13. September ihre schützenden "Masken" ganz sicher abnehmen und sich dem Vergleich stellen. Hat die Leiterin des Künstlerhauses unter all den subjektiven Blickwinkeln auf die Oberpfalz schon ihren Favoriten ausgemacht? "Ich liebe sie alle", lautet ihre diplomatische Feststellung, "Kunst lebt schließlich von Diversität".

Mehr über die neue Leiterin im Künstlerhaus:

Schwandorf
Im Erdgeschoss des Künstlerhauses sind die Werke für die Ausstellung im September aufgereiht, darunter auch die neuen Ankäufe des Bezirks, zu denen auch die Fotografie eines Kronleuchters (links im Hintergrund) der Neunburger Künstlerin Miriam Ferstl gehört. Im Vordergrund liegt das Werkzeug parat, mit dessen Hilfe sich die Bilder einen Platz an den Wänden erobern.
Hintergrund:

Neue Bilder, neue Baustelle

Zu den Neuerwerbungen des Bezirks Oberpfalz im Jahr 2020 gehören die Werke folgender Künstler: Miriam Ferstl, Harry Meyer, Nico Sawatzki und Olaf Unverzart. Während der Corona-Pandemie lief im Künstlerhaus eine umfangreiche Bestandsaufnahme, dazu kamen Baumaßnahmen im Depot, wo alarmgesichert immerhin drei Sammlungen lagern: zeitgenössische Kunst aus dem Besitz des Bezirks (insgesamt knapp 200 Werke von rund 100 Kunstschaffenden), Ankäufe der Stadt Schwandorf und Belegexemplare von Künstlern, die in den Grafikwerkstätten arbeiten sowie Werke unter Obhut des Fördervereins Oberpfälzer Künstlerhaus. Ausstellungsdauer: 13. September (ab 13.30 Uhr) bis 25. Oktober. Öffnungszeiten: Sonntag (Eintritt frei) 11.30 Uhr bis 17 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 13 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.

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