Schwandorf
07.10.2020 - 15:45 Uhr

Öffentlicher Dienst: Warnstreik in Schwandorf

„Wir erhalten in Corona-Zeiten das System aufrecht“, ruft Tobias Gruber beim Verdi-Warnstreik in die Runde der 50 Kundgebungsteilnehmer. Dafür reiche Beifall alleine nicht aus.

"Klatschen allein reicht nicht aus“. Unter diesem Motto streikten Beschäftigte des öffentlichen Dienstes am Mittwoch vor dem Landratsamt für „eine Wertschätzung, die sich auch materiell ausdrückt“. Bild: Hirsch
"Klatschen allein reicht nicht aus“. Unter diesem Motto streikten Beschäftigte des öffentlichen Dienstes am Mittwoch vor dem Landratsamt für „eine Wertschätzung, die sich auch materiell ausdrückt“.

Die Gewerkschaft ver.di und der Deutsche Beamtenbund riefen am Mittwoch zu einem Warnstreik vor dem Schwandorfer Landratsamtsgebäude auf, um der Forderung nach mehr Lohn Nachdruck zu verleihen.

Tobias Gruber, der Verdi-Vertrauensmann am Landratsamt verlangt vom Arbeitgeber, „eine Wertschätzung, die sich auch materiell ausdrückt“.

Gewerkschaftssekretärin Kathrin Birner vermisst den Respekt des Arbeitgeberverbandes, der in zwei Verhandlungsrunden kein Angebot gemacht habe. Für die bundesweit 2,3 Tarifbeschäftigten in den kommunalen Verwaltungen, in der Ver- und Entsorgung, im „Öffentlichen Personennahverkehr“ sowie in den Kindertagesstätten und Krankenhäusern fordert ver.di 4,8 Prozent mehr Geld, eine Anhebung der Auszubildendenvergütung, die Angleichung der Arbeitszeiten in Ost und West und Verbesserungen bei der Altersteilzeitregelung.

An der Kundgebung beteiligten sich Mitarbeiter des Landratsamtes, der Stadt Schwandorf, des Bauhofs Wackersdorf, der Sparkasse und des Zweckverbandes Müllverwertung. Sie wollen den Druck auf den Arbeitgeberverband vor der dritten Tarifrunde am 22./23. Oktober erhöhen. Nicht nur die Mitarbeiter in den Kommunen fürchten um Einbußen, auch den Beschäftigten der Sparkassen drohen Einkommensverluste. Das Ergebnis der Tarifverhandlungen soll später auch auf die Bundesbeamten, Richter, Soldaten und Versorgungsempfänger übertragen werden. Deshalb unterstützt auch der Deutsche Beamtenbund die Forderungen der Gewerkschaft. Der Streik geht bereits in die dritte Woche. „Wir achten auf Abstand und halten uns an die Hygieneregeln“, erklärt Kathrin Birner. Gewerkschaftskundgebungen sollten auf keinen Fall zu Corona-Hotspots werden.

 
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