30.11.2020 - 10:15 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Platz im Schwandorfer Rathaus wird knapp

Das Schwandorfer Rathaus platzt aus allen Nähten. Soll die Stadt das Gebäude am Spitalgarten erweitern oder Sachgebiete auslagern? Aus dem städtischen Planungsbüro kommen dazu eindeutige Signale.

Das Schwandorfer Rathaus ist zu klein geworden und soll nun am Ostflügel (rechts) aufgestockt werden.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Im Schwandorfer Rathaus gibt es aktuell zu wenig Platz für zu wenige Mitarbeiter. Vor allem, wenn man in die Zukunft blickt. Die Sachgebietsleisterin "Hochbau", Barbara Hellerbrand, beschrieb den Mitgliedern des Schwandorfer Bauausschuss bei der Sitzung am Montag in der Oberpfalzhalle die Situation in ihrer Abteilung: "In einem Raum mit 40 Quadratmetern sind vier Arbeitsplätze untergebracht".

Ähnlich beengt gehe es im Personalamt zu: "Dort sitzen drei Mitarbeiterinnen auf 26 Quadratmetern". Mehrere Sachgebietsleiter müssten sich ein Büro mit Mitarbeitern teilen. "Im Rechtsamt ist eine Teilzeitstelle unbesetzt, weil die Unterbringung noch nicht geklärt ist", schildert Barbara Hellerbrand das Problem. Im Sachgebiet "Stadtplanung" sei ein Klimamanager unterzubringen, bei der Gebäudeverwaltung eine Teilzeitkraft und im "Hochbau" eine Architektin. "Auch für die Auszubildenden stehen keine vernünftigen Arbeitsplätze zur Verfügung", klagt die städtische Angestellte. Die Coronapandemie verschärfe die Situation.

Eine Auslagerung von Büroräumen hält Dipl.-Ing. Barbara Hellerbrand aus "finanziellen und organisatorischen Gründen" nicht für sinnvoll. Sie schlägt vielmehr die Aufstockung des Rathauses am Ostflügel vor. Ihr Argument: "Das zentrale Verwaltungsgebäude bliebe für den Bürger weiterhin eine Einheit und für die Mitarbeiter ein Arbeitsplatz der kurzen Wege". Ihre Kostenschätzungen belaufen sich auf 1,25 Millionen Euro.

Oberbürgermeister Andreas Feller brachte einen weiteren Gedanken ins Spiel. Über kurz oder lang werde der Stadtrat von 30 auf 40 Mitglieder wachsen und brauche dann einen größeren Sitzungssaal. In den Fraktionen herrscht weitgehend Einigkeit über den Handlungsbedarf und die Notwendigkeit einer Rathauserweiterung. Die Verwaltung sollte parallel dazu aber auch Möglichkeiten der Auslagerung und Nutzung von Leerständen prüfen, war von den Sprechern zu hören. Mit diesen Empfehlungen wird sich der Stadtrat bei seiner nächsten Sitzung befassen.

Dann wird es zum wiederholten Mal auch um die Errichtung einer offenen Ganztagesschule an der Gerhardingerschule und den Umbau des ehemaligen Krankenhauses zum Stadtarchiv gehen. Vertreter eines Regensburger Architekturbüros teilten den Mitgliedern des Bauausschusses vorab mit, was das Projekt rund um Schule, Rathaus und historischem Pfleghof kosten wird: Sieben Millionen Euro. Angesichts dieser Summe werde sich die Realisierung hinziehen, ist sich Feller bewusst. Er habe aber den Kindern, die heuer im September eingeschult wurden, versprochen, "dass sie die Eröffnung der Ganztagesschule noch erleben werden".

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