28.02.2020 - 13:31 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Unterkunft statt Handwerkskunst

Die Zeiten, als hier erfolgreiche Handwerker arbeiteten, sind seit Jahren vorbei. Die ehemalige Schreinerei Brunold an der Schwandorfer Hoher-Bogen-Straße steht leer. Offenbar aber nicht mehr allzu lange.

Das Gebäude der ehemaligen Schreinerei Brunold an der Hoher Bogen Straße steht seit Jahren leer. Der Eigentümer hat eine Nutzungsänderung beantragt.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Das Ansinnen wurde in der zurückliegenden Sitzung des Bauausschusses des Stadtrats bekannt: Die Immosad Immobilien GmbH beantragt eine Nutzungsänderung für "Teilbereiche einer ehemaligen Schreinerei" an der Hoher-Bogen-Straße 20. Das ist die ehemalige Schreinerei Brunold. Anfang des 2017 ist die "BES Brunold Holz und Design Manufaktur GmbH" hier aus- und in die Birkenlohstraße gezogen. Diese Firma hat mit dem ursprünglichen Unternehmen und der Familie des im Jahr 2000 verstorbenen Kreishandwerksmeisters Anton Brunold nichts mehr zu tun.

Nun gehört das Gebäude der Immosad. Sie will hier laut dem Antrag eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber unterbringen. Immosad-Geschäftführer Eduard Schmatz (Nittenau) wollte gegenüber den Oberpfalz-Medien "im Moment" zu dem Vorhaben nichts sagen. Zuständig für Gemeinschaftsunterkünfte ist die Regierung der Oberpfalz. Deren Pressesprecherin, Kathrin Kammermeier, bestätigte auf Anfrage gegenüber den Oberpfalz-Medien: "Seitens der Regierung der Oberpfalz besteht grundsätzlich Interesse an der Anmietung der Räume."

Ob die Gemeinschaftsunterkunft zusätzliche Plätze für Asylsuchende Schwandorf schaffen oder eine der bestehenden Gemeinschaftsunterkünfte ersetzen soll, ist laut Kammermeier noch offen: "Eine Entscheidung zur Auflösung einer anderen Unterkunft wurde noch nicht getroffen."

Die Regierung hält derzeit vier Unterkünfte in der Kreisstadt vor. In der "Anker-Dependance" in der ehemaligen Triumph-Halle an der Gutenbergstraße sind derzeit 80 Asylsuchende untergebracht. Die "Dependance" ist ein Ableger des Anker Oberpfalz. Das Akronym steht für An(kunft), k(ommunale Verteilung), E(ntscheidung) und R(ückführung). Weitere Gemeinschaftsunterkünfte in der Kreisstadt sind in der Eglseer Straße (110 Bewohner), in Dachelhofen im ehemaligen Gemeinschaftshaus (40 Bewohner) und an der Jahnstraße (25 Bewohner). Von den insgesamt 175 Bewohnern der Gemeinschaftsunterkünfte sind etwa 40 anerkannte Asylbewerber. Sie sind nicht mehr verpflichtet, in den Gemeinschaftsunterkünften zu leben und müssten sich eine eigene Wohnung suchen. Angesichts des Wohnungsmarktes eine schwierige Situation. Deshalb gestattet der Freistaat diesen "Fehlbelegern", vorübergehend in den staatlichen Unterkünften zu bleiben. Allerdings gegen Entgelt.

Für das Gebäude an der Hoher-Bogen-Straße war bereits im Oktober 2018 eine Bauvoranfrage gestellt und gebilligt worden. In den damals vorgelegten Plänen waren Gastronomie, Übernachtungsbetrieb, Veranstaltungssäle und ein Küchenstudio vorgesehen. Von einer Verwirklichung war dann allerdings keine Rede mehr.

Erste Idee für das Gebäude: Gastronomie

Die Schreiner ziehen aus

Feuer in der Schreinerei

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