18.02.2021 - 16:21 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Prozess löst Festnahmen im Schwandorfer Drogen-Milieu aus

Die Staatsanwaltschaft lässt offenbar nichts unversucht, den Handel mit der hochgefährlichen Droge Crystal Speed in Schwandorf trocken zu legen. Nach einem Prozess in Amberg gibt es jetzt zwei weitere Haftbefehle.

Symbolbild
von Autor HWOProfil

Die Staatsanwaltschaft lässt offenbar nichts unversucht, den Handel mit der hochgefährlichen Droge Crystal Speed in Schwandorf trocken zu legen. Nach einem Prozess in Amberg gibt es jetzt zwei weitere Haftbefehle.

Die Drogenszene sorgt immer wieder für Gerichtsverfahren. Vor wenigen Tagen war ein 39-Jähriger aus der Untersuchungshaft vor das Amberger Schöffengericht geführt und dort zu einer Begebenheit befragt worden, die sich im Oktober 2020 vor einer Wohnung in der Schwandorfer Innenstadt zugetragen hatte. Beamte der Operativen Ergänzungsdienste (OED) bei der Amberger Polizei hatten den Mann spät nachts festgenommen, als er eben von einer Beschaffungsfahrt aus Regensburg zurückgekehrt war. Die Beamten fanden damals 16 Gramm Crystal Speed bei ihm.

Während der Verhandlung stellte sich heraus: Der Angeklagte hatte vorübergehend ein Obdach in der fraglichen Innenstadt-Wohnung bekommen und sich, so gab er zu Protokoll, aus eigenem Antrieb heraus erboten, in Regensburg bei einem Dealer Crystal Speed zu kaufen. Dafür bekam er seinen Angaben zufolge von der Wohnungsmieterin, einer 31 Jahre alten Frau, 1 000 Euro Bargeld.

Während des Prozesses wunderte sich der Staatsanwalt. "Die Frau ist Hartz-IV-Empfängerin und hatte 1 000 Euro daheim?", fragte er den Beschuldigten. Daraufhin erfuhr er sinngemäß, dass da schon noch wesentlich mehr Geld in der Wohnung gewesen sei. Von 5 000, ja sogar 6 000 Euro war die Rede.

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Der 39-Jährige war nach seiner Festnahme in der Schwandorfer Innenstadt einem Richter vorgeführt und in U-Haft genommen worden. Er wurde, weil es auch etliche Vorstrafen bei ihm gab, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Parallel dazu kann er wegen seiner erwiesenen Rauschgiftsucht in eine längerfristige Entzugstherapie. Ohne sein Geständnis wäre die Ahndung ungleich höher ausgefallen. Das wurde sowohl vom Staatsanwalt als auch später von der Richterin angedeutet. Unmittelbar nach dem Verfahrensende wurde die Ermittlungsbehörde zielorientiert tätig. Bei einer Untersuchungsrichterin beantragte sie Haftbefehle gegen die Wohnungsmieterin (31) und deren ebenfalls in der fraglichen Unterkunft lebenden Freund (50). Polizeibeamte fuhren anschließend zu dem Haus und nahmen beide fest. Nach einer Vorführung beim Amberger Amtsgericht wurden sie in Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll in der Wohnung Rauschgift gefunden worden sein. Im Zusammenhang mit der gleichen Adresse in Schwandorf gibt es offenbar ein weiteres Drogenverfahren gegen einen Mann, der sich ebenfalls in Untersuchungshaft befindet.

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