Was sich im Herbst letzten Jahres in und vor einer Betreuungseinrichtung im Kreis Schwandorf ereignete, wird ab Mittwoch, 11. November, über mehrere Tage hinweg die Erste Strafkammer des Landgerichts Amberg beschäftigen. Vor ihr sitzt dann ein 52-Jähriger, dem die Staatsanwaltschaft ein versuchtes Tötungsdelikt vorwirft.
Der Mann, jetzt in einer Psychiatrie untergebracht, lebte in dem Heim und beanspruchte dem Ermittlungsergebnis zufolge die Fürsorge einer Betreuerin ausschließlich für sich. Die Frau aber war noch für eine andere Mitbewohnerin der Einrichtung zuständig. Das mochte der 52-Jährige nicht dulden.
Luft abgelassen
Als der Mann erfuhr, dass die von seiner Pflegerin mitbetreute Frau an einem Tag Ende September 2019 zu einem Arztbesuch gefahren werden sollte, entschloss er sich nach Auffassung der Staatsanwaltschaft dazu, die Luft an einem Reifen des für die Fahrt vorgesehenen Wagens herauszulassen. Das tat er dann auch und nahm dabei - so lautet nun der Vorwurf gegen ihn - billigend in Kauf, dass die Insassen des Autos während einer Fahrt zu Tode kommen konnten. Das Vorhaben scheiterte. Denn sofort nach Antritt der Tour wurde bemerkt, dass etwas mit der Fahrweise des Pkws nicht stimmte. Daraufhin wurde das Auto angehalten. Die beiden Insassen blieben unversehrt.
Heimtücke und Vorsatz
Gleichwohl sind die erhobenen Anschuldigungen gegen den 52-Jährigen schwer. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft handelte er heimtückisch und mit dem Vorsatz zu töten. Darin sieht die Anklagebehörde einen Mordversuch. Zusätzlich geht sie von einem versuchten gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr aus.
Weitere Gerichtsverfahren aus der Region:
Es könnte sein, dass der nun vor der Strafkammer sitzende Mann wegen einer bei ihm festgestellten Erkrankung nicht in der Lage war, sein unrechtes Handeln einzusehen. Das soll sich nun in dem Verfahren vor dem Landgericht herausstellen. Den Prozess führt die Vorsitzende Richterin Roswitha Stöber. Der Leitende Oberstaatsanwalt Joachim Diesch vertritt die Anklagebehörde. Anwalt des Beschuldigten ist der Regensburger Strafverteidiger Michael Haizmann.













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