22.08.2019 - 16:14 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Retouren retten statt vernichten

Es ist so bequem. Schnell fünf Jeans online bestellen. Zu Hause anprobieren und vier oder alle wieder zurückschicken. Oft landet die Retoure im Müll. Genau diese Verschwendung lässt MdB Karl Holmeier nicht ruhen.

Es wird viel zu viel zurückgeschickt. Die Produkte landen oft in der Müllverbrennung. Gegen diese Ressourcenverschwendung will MdB Karl Holmeier vorgehen und zumindest die Ware für soziale Zwecke retten.
von Irma Held Kontakt Profil

Der Bundespolitiker geht die schon oft angeprangerte Retourenvernichtung jetzt ganz gezielt an. Zu viel würde im Müll landen. Mit Vertretern von Amazon will er sich am Montag, 2. September, in Berlin treffen, sagt der CSU-Abgeordnete auf Nachfrage von Oberpfalz- Medien. Sein erklärtes Ziel ist, das Wegwerfen neuwertiger Rücksendungen weiter einzuschränken. Sein Vorschlag lautet, wieder verwendbare Rücksendungen als Spenden an gemeinnützige Organisationen zu geben.

Er weiß von Mitarbeitern der Tafel aus dem Wahlkreis Schwandorf/Cham, dass diese die Waren in Lägern und an Sammelstellen abholen würden. Deshalb will Holmeier mit Amazon-Vertretern reden, "damit nicht sinnlos Produktion vernichtet wird". Die Weitergabe von zurückgesandten Artikeln als Spenden an gemeinnützige Organisationen würde dazu beitragen, so sein Ansinnen. Die Unternehmen könnten Abfall vermeiden und gleichzeitig soziale Projekte unterstützen. Damit wäre Mensch und Umwelt geholfen. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Anteil gespendeter Waren steigt", erklärt er.

Doch damit allein ist es Holmeier zufolge nicht getan, Kolhendioxid-Ausstoß und Rohstoffverbrauch zu verringern. Er fordert auch ein Umdenken bei den Kunden der Online-Händler. Durch die vielen Retouren nehme der Ressourcenverbrauch für Verpackungsmaterialien und Transport zu. Das belaste die Umwelt ebenfalls. Oft, wisse er aus vielen Gesprächen, würden Sonntagabend per Mausklick Artikel per Express bestellt, dann liefere eigens ein Paketkurier aus und es sei keiner zu Hause. "Muss das sein" fragt sich Holmeier, "oder genügt nicht eine Zustellung bei einer der üblichen Touren?" Schon allein solche Einzelfahrten seien ökologisch nicht vertretbar.

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